21. Jul 2016   Business

Deloitte beobachtet weiterhin Erholung am Bau

Wien. Die Finanzkrise hatte die europäische Baubranche schwer getroffen – die sukzessive Erholung setzte sich im vergangenen Jahr dennoch in moderatem Tempo fort, so eine Deloitte-Studie. Zwei österreichische Player gehören zu den größten  Europas.

Wie der aktuelle Deloitte Report „European Powers of Construction“ zeigt, kann weiterhin mit einer insgesamt positiven Entwicklung gerechnet werden. Ebenfalls sei ein fortgesetzter Trend zur Internationalisierung des Geschäfts zu beobachten.

Zwei Österreicher unter den Top 50

  • Nach wie vor stammen – gemessen an ihrem Umsatz – überdurchschnittlich viele große Bauunternehmen Europas aus Frankreich, Spanien und Großbritannien.
  • Unter den Top 50 der europäischen Branche finden sich aber auch wieder zwei österreichische Unternehmen: Die Strabag belegt Platz 6 und die Porr Platz 25 im Ranking.
  • Die vier größten Konzerne der Welt kommen aus China. In den globalen Top 25 ist China das mit sieben Unternehmen meistvertretene Land, Frankreich als Zweitplatzierter kommt auf vier Unternehmen.

Mehr wert als vor der Krise

„Die Top 50 Unternehmen der europäischen Baubranche haben mittlerweile im Hinblick auf ihren Markt- bzw. Börsenwert das Niveau von 2007 wieder übertroffen. So stiegen auch im Vergleich zum Vorjahr der Gesamtumsatz um 5% und die Marktkapitalisierung um 21%“, erklärt Alexander Hohendanner, Partner bei Deloitte Österreich.

Weniger dynamisch als der Branchendurchschnitt zeigten sich die drei mit deutlichem Abstand größten Unternehmen Vinci, ACS und Bouygues: Alle drei konnten, anders als die ihnen im Ranking nachfolgenden, die Leistung des Vorjahres nicht wieder erreichen. An der Reihenfolge hat sich in den Top Ten aber wenig geändert. Durch den weitgehenden Rückzug von Bilfinger aus dem Baugeschäft rückte die niederländische BAM Group einen Platz nach oben. Neu unter den zehn größten Unternehmen ist die schwedische NCC.

Die guten Aussichten für die Branche beruhen auch auf den anstehenden Investitionen, obwohl hier das vor der Finanzkrise vorherrschende Niveau noch lange nicht wieder erreicht ist, so Deloitte: Nur in Deutschland, Schweden, Polen und Belgien sind die Investitionen in Bauleistungen über die Zeit von 2007 bis 2015 nachhaltig angestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Gesamtinvestitionen in Europa um 5% auf 1,4 Billionen Euro, wobei Deutschland vor Frankreich und Großbritannien den größten Markt bildet.

Mehr Internationalisierung des Baugeschäfts

2015 wurden 52 % der Leistung der 20 größten EU-Bauunternehmen außerhalb der eigenen Landesgrenzen erbracht. Damit liegt der Internationalisierungsgrad – bezogen auf den international generierten Umsatz – um neun Prozentpunkte höher als 2010.

Das Jahr 2015 brachte mehrheitlich positive finanzielle Entwicklungen für die 20 größten Unternehmen der europäischen Baubranche. Die aggregierten Umsätze stiegen um 4%, das aggregierte EBIT um 17% und das Nettojahresergebnis um 13%. Zudem konnten die Konzerne ihren Verschuldungsgrad um 14% verringern und damit das Verhältnis von Netto-Schuldenquote zu EBIT deutlich verbessern. Auch das Verhältnis von Unternehmenswert zum EBITDA, dem sogenannten EBITDA-Multiple, stieg laut der Studie von 7,8 im Jahr 2014 auf 8,3.

„Die Baubranche in Europa wird aus jetziger Sicht auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. Was es vor allem braucht ist eine rege Investitionstätigkeit, gerade von öffentlicher Seite. So kann der Aufwärtstrend weiter anhalten“, so Hohendanner.

Link: Deloitte

 

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