Tone from the top beeinflusst Interne Revision

05. Apr 2019   Bildung & Uni Business Steuer

Wien. Die Vorab-Kommunikation an die Interne Revisoren beeinflusst deren Beurteilung von Prozessen, hat eine WU-Studie ergeben.

Die Ergebnisse entstammenkonkret einer Arbeit der WU-Wissenschaftlerin Anne d’Arcy (Leiterin des Instituts für Corporate Governance). Untersucht hat sie, wie das Entscheidungsverhalten von Internen Revisoren beeinflusst wird, wenn diese sowohl an das Management als auch zusätzlich an den Aufsichtsrat berichten und vorab unterschiedliche Ziele von beiden Instanzen artikuliert werden.

Wenn Revisoren und Aufsichtsräte plaudern

Die Untersuchung zeige, dass eine zusätzliche Berichtslinie der Internen Revision an den Aufsichtsrat neue Möglichkeiten der Einflussnahme hervorrufen könne, und somit dem angestrebten Ziel der Objektivitätssteigerung entgegenwirken könne.

Über 70 Revisoren nahmen an den Experimenten teil. In zwei Gruppen geteilt hatten sie für den Konzern realistische Kontrollprozesse zu beurteilen und vermeintlich überflüssige Kontrollen zu streichen.

  • Eine Gruppe wurde vorab von der Leitung an das Ziel des Managements erinnert, Kosten zu sparen.
  • Die zweite Gruppe wurde darauf hingewiesen, dass der Aufsichts- bzw. Verwaltungsrat besonderen Wert auf ein effektives Kontrollsystem lege.

Passiert ist dann laut der Studienautoren Folgendes: Tatsächlich strichen die Internen Revisoren mehr Kontrollen, wenn ihr Vorgesetzter sie kurz vorher an das Kostensparprogramm des Managements erinnerte.

„Dieser Effekt ist dann besonders ausgeprägt, wenn die zu beurteilenden Prozesse besonders umfangreich und komplex waren. Die Diskussionen im Anschluss des Experiments wiesen darauf hin, dass das Entscheidungsverhalten unbewusst angepasst wurde“, so die Studienautorin.

„Unsere Ergebnisse illustrieren eindrücklich, wie ausschlaggebend der ‚tone from the top‘, also die gezielte Kommunikation der gewünschten Strategie Entscheidungsverhalten beeinflussen kann“, meint d’Arcy, „Standardsetzer und Gesetzgeber sollten sich bewusst sein, dass eine neue zusätzliche Berichtslinie, also z.B. die von Internen RevisorInnen zum Aufsichtsrat, Zielkonflikte hervorruft. Damit können neben den erwünschten Wirkungen auch unerwünschte Nebeneffekte entstehen.

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