11. Mrz 2014   Business

Bank Austria-Chef Willibald Cernko setzt harten Schnitt bei Firmenwert, Ukraine: 1,6 Mrd. Euro Minus

Willibald Cernko ©www.peterrigaud.com / Bank Austria

Wien. Willibald Cernko, Chef der UniCredit-Tochter Bank Austria, hat für das Geschäftsjahr 2013 den Rekordverlust von 1,6 Milliarden Euro gemeldet, nach 419 Mio. Euro im Jahr davor.

Das Minus kommt vor allem durch Firmenwertabschreibungen in Höhe von zwei Milliarden Euro zustande: „Ein Befreiuungsschlag, der die aktuelle Realität der Bewertung von Banken widerspiegelt, aber niemand beunruhigen muss“, so Cernko. Gleichzeitig wird die defizitäre ukrainische Tochter Ukrsotsbank offiziell zum Verkauf gestellt.

Während das Ergebnis im operativen Kundengeschäft um 7 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro gesteigert wurde, habe die Abschreibung des gesamten Firmenwerts (Goodwills) der Töchter in der Bilanz in Höhe von von 2 Milliarden Euro zu einem nicht kapitalquotenwirksamem Buchverlust von 1,6 Milliarden Euro geführt, so eine Aussendung.

Bankensteuern in Österreich und CEE belasten den Angaben zufolge das Ergebnis mit 209 Millionen Euro. Auch die Klassifizierung der ukrainischen Tochterbank Ukrsotsbank als „Asset held for sale“ und der operative Verlust der Tochterbank belasten die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) mit 256 Millionen Euro.

Warum zwei Milliarden abschreiben?

Cernko wird in der Aussendung zitiert: „Die vollständige Abschreibung aller Firmenwerte (Goodwill) auf null führt zwar in diesem Jahr zu einem Buchverlust, der heftig ausschaut, aber aus folgenden Gründen niemanden beunruhigen sollte, sondern vielmehr eine gute Nachricht ist: Erstens hat diese Abschreibung weder auf unsere sehr guten Kapitalquoten noch auf unsere exzellente Liquiditätssituation Einfluss – im Gegenteil, beide wurden weiter verbessert. Zweitens können wir diese Korrektur aus eigener Kraft bewältigen, ohne fremde Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen, weil wir im operativen Geschäft profitabel wirtschaften. Um es ganz klar zu sagen: Während andere auf die Hilfe des Staates und der Steuerzahler angewiesen waren oder sind, hatten wir dies nie notwendig und brauchen auch weiterhin keine fremde Hilfe.“

In Wahrheit sei es ein Befreiungsschlag, der die Bank von dem Belastungsrucksack der Vergangenheit befreie und letztlich nichts anderes als die „neue Realität“ der aktuellen Bewertung von Banken abbilde, heißt es wörtlich.

Auch Mutter UniCredit hat kräftig abgeschrieben, ihr Verlust für 2013 beträgt 14 Milliarden Euro. Doch schon heuer soll wieder ein Gewinn von zwei Milliarden Euro erzielt werden.

Link: Bank Austria

 

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