13. Jun 2014   Business Personalia

Wiener Börse und Zentraleuropa-Börseholding CEESEG orten Wachstum durch Handelsplattform

Birgit Kuras, Michael Buhl ©Wiener Börse
Birgit Kuras, Michael Buhl ©Wiener Börse

Wien. Die Wiener Börse und der CEESEG-Börsenkonzern ziehen positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2013: Sowohl die Börsen-Holding wie auch die Wiener Börse haben demnach ihr operatives Konzernergebnis (EBIT) im Jahr 2013 gesteigert. In Wien gab es verglichen mit dem Jahr davor auch wieder leicht höhere Handelsumsätze.

Mehr Geschäft und neue Handelsteilnehmer erwartet man sich durch die Ausdehung eines einheitlichen Handelssystems. Unter dem Mantel der Holdinggesellschaft CEESEG sind die Beteiligungen an den Börsen Wien, Prag, Budapest und Laibach zusammengefasst. Im Aufsichtsrat der Börsen kommt es unterdessen zu einem Generationswechsel.

Das operative Konzernergebnis (EBIT) der CEESEG belief sich laut Aussendung auf 27 Millionen Euro, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darin ist ein Einmaleffekt von 4,2 Millionen Euro aus der Auflösung einer Rückstellung enthalten. „Damit haben wir unsere Position als größte Börsengruppe in Zentral- und Osteuropa weiter gefestigt“, sagen die Vorstände der CEESEG Michael Buhl und Petr Koblic. Die Rechnungslegung des Konzerns wurde im Jahr 2013 per Stichtag 01.01.2012 auf IFRS umgestellt.

Ziel ist Harmonisierung

Die Börsengruppe betreibt insgesamt vier Wertpapierbörsen sowie drei Warenbörsen und ist an fünf Clearing-Systemen (CCPs) und zwei Zentralverwahrern (CSDs) beteiligt. Mit Stichtag 31.12.2013 beschäftigte die Börsengruppe insgesamt 243 Mitarbeiter. Stärkster Umsatzbringer im Börsekonzern ist die Wiener Börse, gefolgt von der Prague Stock Exchange Group und den Börsen Budapest und Laibach.

Ziel sei es, die Harmonisierung innerhalb der Börsengruppe voranzutreiben und dadurch für einen einfachen Markt-Zugang und hohe Qualitätsstandards zu sorgen. „Das zieht internationale Investoren an und stärkt die regionalen Kapitalmärkte“, werden Buhl und Koblic in der Aussendung zititiert. „2013 sind in dieser Hinsicht zwei Meilensteine erreicht worden: Die Einführung einer einheitlichen Handelsplattform und die Segmentierung in Prime Market und Standard Market an allen vier Partner-Börsen.“

Seit der Implementierung von XETRA(R) im Dezember 2013 in Budapest bieten alle vier Börsen der CEESEG ein einheitliches Handelssystem an. Ziel ist, dadurch die Liquidität an den vier Börsen zu steigern. Ein erster Erfolg sei im Frühjahr 2014 verbucht worden: die internationale Bankengruppe Société Generale hat ihre  Handelsmitgliedschaft von Wien auf die Börsen Prag und Budapest erweitert.

Die größte Tochtergesellschaft der CEESEG, die Wiener Börse AG, hat 2013 ein operatives Ergebnis (EBIT) von 16,4 Millionen Euro erreicht, nach 15,5 Millionen im Jahr 2012. Beim Sorgenkind Aktienumsatz gab es Lichtblicke: Im Durchschnitt lagen die monatlichen Aktienumsätze 2013 bei 3,2 Milliarden Euro um rund 200 Millionen mehr als 2012. Die Marktkapitalisierung konnte ebenfalls weiter zulegen und hielt per Jahresende 2013 bei 85,40 Milliarden Euro, nach 80,43 Milliarden Euro im Jahr 2012 (+6,18 Prozent). Getrieben wurde diese Entwicklung von acht Kapitalerhöhungen, die in Summe 1,58 Milliarden Euro brachten.

Zudem lieferten 29 neue Unternehmensanleihen und drei Aufstockungen in Summe ein Emissionsvolumen von 5,2 Milliarden Euro. Dieser Trend hält auch im laufenden Geschäftsjahr an, so die Börse: per Mai 2014 sind die durchschnittlichen Monatsumsätze auf 4,25 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von etwa 33 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. „Wir haben ein gutes Jahr 2013 hinter uns und die ersten Monate 2014 sind an der Wiener Börse bis jetzt sehr stark verlaufen. Wir sind optimistisch, dass sich diese Entwicklung fortsetzt“, sagen die Vorstände der Wiener Börse Birgit Kuras und Michael Buhl.

Starkes Datengeschäft

Der Datenvertrieb ist nach dem Aktienhandel das zweitwichtigste Geschäftsfeld der Wiener Börse. 2013 wurde der Datenhub der Wiener Börse um die beiden Börsen Kasachstan und Montenegro erweitert. Damit können Datenkunden der Wiener Börse insgesamt Kursinformationen von neun weiteren Märkten aus CEE und CIS sowie drei Energiebörsen beziehen.

Zwei Neuzugänge im Jahr 2013 gab es bei der Index-Palette der Wiener Börse: Der ATX Global Players soll Weltmarktführer aus Österreich vor den Vorhang holen, der KTX Local wiederum besteht aus den acht meistgehandelten Unternehmen an der Kazakhstan Stock Exchange, einem neuen Kooperationspartner.

Im Index-Bereich habe sich die Wiener Börse als globaler Know-how Träger etabliert: Weltweit basiere ein Großteil aller strukturierten Produkte mit Zentral- und Osteuropa-Bezug auf den Indizes der Wiener Börse. 2013 berechnete die Wiener Börse 90 Indizes, davon 66 mit Schwerpunkt CEE- oder CIS-Länder.

Änderungen im Aufsichtsrat

In den Hauptversammlungen der Wiener Börse AG und CEESEG AG wurden Änderungen im Aufsichtsrat beschlossen: Robert Ottel (voestalpine AG), Angelika Sommer-Hemetsberger (Oesterreichische Kontrollbank AG) und Stefan Szyszkowitz (EVN AG) ziehen neu in das Kontrollgremium der Wiener Börse AG und der CEESEG AG ein.

Sie folgen Claus Raidl, Johannes Attems und Rudolf Gruber nach, die aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden sind. Willibald Cernko bleibt weiterhin Aufsichtsratsvorsitzender, Heimo Scheuch (Wienerberger AG) löst Rudolf Gruber als stellvertretenden Vorsitzenden ab.

Link: Wiener Börse

 

    Weitere Meldungen:

  1. Ostermann kauft Powertrain-Bereich von Frauenthal
  2. Cerha Hempel European Future Challenge: Grüne Awards
  3. Die Preisträger beim Hermes Wirtschaftspreis 2022
  4. Erfolgreich Projekte leiten: Neuer Ratgeber