17. Sep 2014   Business Steuer

Neue Förderrichtlinien für die österreichische Tourismuswirtschaft sollen Sorgen der Hoteliers lindern

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Wien. Seit kurzem sind neue Förderrichtlinien für die heimische Tourismuswirtschaft in Kraft. Diese sollen dazu beitragen die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken und neue Marktchancen zu eröffnen. Die Touristiker können es brauchen: in der Wintersaision 2013/14 gab es bekanntlich einen Rückgang der Nächtigungen um 1,6 Prozent und des Umsatzes um 2,8 Prozent.

Nun soll u.a. der Zugang zu zinsbegünstigen Krediten erleichtert werden: Aufgrund einer neuen Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank soll die Finanzierungsschwelle für zinsbegünstigte Kreditmittel auf 700.000 Euro gesenkt werden. Bisher wurde eine Gesamtinvestitionssumme von einer Million Euro verlangt. 

„Darüber hinaus fokussieren wir die Zuschüsse auf besonders relevante Schwerpunkte, mit denen die Saisonverlängerung, die Betriebsgrößenoptimierung oder die Energieeffizienz forciert werden“, so Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. „Damit wollen wir auch den Weg in Richtung Ganzjahrestourismus verstärkt unterstützen.“

Durch eine Garantie des Bundes sollen Kreditmittel „sehr zinsgünstig“ angeboten werden können, so Mitterlehner. Die Länder sollen die Wirkung durch die Übernahme des Zinsendienstes noch verstärken können.

Die gesamte Abwicklung soll die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) nach dem One-Stop-Shop-Prinzip durchführen, heißt es in einer Aussendung.

„Aufgrund der Basel-III-Richtlinien und der höheren Eigenkapitalerfordernisse der Banken ist es für Tourismusbetriebe schwieriger geworden, ihre Vorhaben zu finanzieren. Daher entspricht der Ausbau des Kreditangebots dem konkreten Bedarf der Betriebe, denen kleinere Barzuschüsse oft weniger helfen als ein passender Kredit, der die Gesamtfinanzierung eines wichtigen Projekts ermöglicht“, so Mitterlehner.

50 Mio. Euro im ERP-Fonds 

Zusätzlich sind für Tourismusprojekte heuer wieder 50 Millionen Euro für Kredite in dem vom Austria Wirtschaftsservice (aws) verwalteten ERP-Fonds (European Recovery Program) reserviert.

Diese aus der Marshallplan-Hilfe stammenden Finanzierungen bieten u.a. tilgungsfreie Zeiten von zwei Jahren und niedrige Fixzinssätze von 1,5 Prozent. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, ERP-Kleinkredite mit einem Volumen von bis zu 100.000 Euro zu beantragen.

Jungunternehmerförderung soll verbessert werden

Auch die Jungunternehmer-Förderung soll deutlich verbessert werden. Gemeinsam mit dem jeweiligen Bundesland wird ein Zuschuss von 15 Prozent (bisher zehn Prozent) der förderbaren Investitionskosten bereitgestellt. Bund und Land teilen sich die Kosten, die ÖHT führt die Abwicklung nach dem One-Stop-Shop-Prinzip durch.

Verlängert wird der vor einem Jahr als Pilotprojekt gestartete Übernehmerfonds. Die Initiative richtet sich an Unternehmer, die einen elterlichen Betrieb übernehmen oder einen Betrieb über eine Übernahmebörse erwerben und in qualitätsverbessernde Maßnahmen investieren.

Der Übernehmer kann dazu einen Kredit mit einem Volumen zwischen 350.000 Euro und einer Million Euro (bis zu 70 Prozent der Investitionskosten) beantragen.

Zusätzlich übernimmt die Mehrzahl der Bundesländer (Vorarlberg, Tirol, Steiermark, Niederösterreich und Oberösterreich) den Zinsendienst während der ersten zehn Jahre. Auch hier übernimmt die ÖHT die Abwicklung als zentraler Ansprechpartner für das Unternehmen.

Innovationsförderung im Fokus

Mit den neuen Richtlinien soll auch die Innovationsförderung von Leuchtturmprojekten im ländlichen Raum erleichtert werden. Künftig sollen nicht nur ausschließlich Kooperationsprojekte unterstützt werden, sondern können auch Innovationen von einzelnen Betrieben im ländlichen Raum gefördert werden.

In den Jahren 2011 bis 2013 wurden 16 Leuchtturmprojekte mit einem Fördervolumen von insgesamt rund 2,5 Millionen Euro bewilligt, heißt es.

Link: Wirtschaftsministerium

 

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