26. Jan 2015   Recht

Roland Rechtsschutz: Vorbereitung auf Prozesse ist wichtig – und auch Mediation

Wien. Fast jeder fünfte Österreicher (17 Prozent) war in den vergangenen zehn Jahren ein- oder mehrmals an einem Gerichtsprozess beteiligt. Bei diesen Auseinandersetzungen ging es zumeist um verkehrsrechtliche Auseinandersetzungen (23 Prozent), um Straftaten wie Körperverletzung oder Diebstahl (22 Prozent), um arbeitsrechtliche Fragestellungen (19 Prozent) oder um familienrechtliche Streitigkeiten (16 Prozent). Mit 9 bzw. 8 Prozent folgen Erbschaftsstreitigkeiten und Auseinandersetzungen aus Mietverhältnissen. Das sind
zentrale Ergebnisse einer IMAS Umfrage im Auftrag der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG. Wichtig sei sowohl die Vorbereitung auf eine Klage wie auch der außergerichtliche Weg der Mediation.

Repräsentativ für die österreichische Bevölkerung hat IMAS 1.015 Personen ab 16 Jahren befragt, heißt es in einer Aussendung. „Die Zahlen zeigen: Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe seines Lebens mindestens ein Mal in einen Rechtsstreit zu geraten, ist hoch“, stellt Ludwig Strobl, Vertriebsdirektor für Roland Rechtsschutz in Österreich, fest – und propagiert für den Fall der Fälle „eine Rechtsschutz-Versicherung, die das finanzielle Risiko auffängt“.

Emotionale Hürden vor Gericht zu ziehen

Es gebe jedoch auch einige Gründe, aus denen die Österreicher auf ihr gutes Recht verzichten würden: Vor allem emotionale Hürden halten die Bürger mitunter davon ab, einen Streit vor Gericht zu klären.

  • So gaben 52 Prozent an, nicht gegen ihre Eltern oder Kinder vor den Richter ziehen zu wollen.
  • 31 Prozent würden im Fall der Fälle auch Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen verschonen.
  • Ein gutes Fünftel der Befragten (21 Prozent) schließt zudem grundsätzlich aus, vor Gericht zu ziehen.

„Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung außergerichtlicher Konfliktlösungsverfahren deutlich: Bei einer Mediation gibt es keine Gewinner und Verlierer im klassischen Sinn, da die Parteien gemeinsam einen Kompromiss erarbeiten“, erläutert Strobl. „Das Ergebnis ist in vielen Fällen für alle Beteiligten zufriedenstellender als die Entscheidung eines Richters. Gleichzeitig können beide Gegner ihr Gesicht wahren.“

Rechtliche Sorgen der Bürger

Im Zuge der IMAS Umfrage wurden auch die rechtlichen Sorgen der österreichischen Bürger untersucht. Diese spiegeln zum Teil auch die in der Studie erhobenen tatsächlichen Gründe für gerichtliche Auseinandersetzungen wider. So fürchten sich 31 Prozent der Befragten davor, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. 29 Prozent nannten die Vorstellung, Opfer einer Straftat wie Einbruch, Diebstahl oder Körperverletzung zu werden, als Grund zur Sorge. Ebenfalls ein knappes Drittel der Bevölkerung (28 Prozent) hat Angst davor, dass ihrem Arzt ein Fehler unterläuft, während er sie behandelt.

Verglichen mit den Deutschen gehen die Österreicher jedoch recht sorgenfrei durchs Leben: Bei den Nachbarn fürchten doppelt so viele Bürger die rechtlichen Folgen eines Verkehrsunfalls (60 Prozent). Ganze 46 Prozent beunruhigt die Möglichkeit einer Straftat, sogar 54 Prozent sorgen sich wegen ärztlicher Behandlungsfehler.

Die IMAS Umfrage erfolgte in Anlehnung an den Roland Rechtsreport: Mit der Studie werde seit 2010 jährlich die öffentliche Meinung zum deutschen Rechtssystem und zu ausgewählten rechtlichen Schwerpunktthemen ermittelt. Das Institut für Demoskopie Allensbach führt dazu jährlich eine bevölkerungsrepräsentative Befragung durch.

Link: Roland

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