18. Internationales Rechtsinformatik Symposion von 26. bis 28. Februar 2015: Generalthema Kooperation

© Uni Salzburg/Scheinast
© Uni Salzburg/Scheinast

Salzburg/Wien. Das 18. Internationales Rechtsinformatik Symposion (IRIS) findet vom 26. bis 28. Februar 2015 in den Räumen der Rechtwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg statt. Das Generalthema ist die Kooperation: Rechtsinformatik werde – wie schon seit langem die Verwaltungsinformatik – zunehmend durch kooperative computer-gestützte Kooperation dominiert.

Der Schwerpunkt der Tagung liege im Informationsaustausch der führenden österreichischen aber auch internationalen Rechtsinformatiker/innen über die rechtsdogmatischen, technischen, wirtschaftlichen, sozialen und philosophischen Fragestellungen des Rechts in der Wissensgesellschaft, heißt es in einer Aussendung.

Generalthema Kooperation

Demokratische Rechtssysteme bedürfen der Kooperation zwischen dem Volk (von dem das Recht ausgeht), den Stakeholdern, der Regierung als auch den juristischen Dienstleistern. Die Informations- und Wissensgesellschaft mit dem Streben nach digitalen Grundrechten erfordere grundlegendes Umdenken bei den Juristen. Fortschritt, mehr Effizienz, weniger Kosten werde zu einem wesentlichen Ziel der Jurisprudenz im 21. Jahrhundert. Die Entwicklung sei schleichend, aber nachhaltig und die Rechtsinformatik stehe im Zentrum.

Vieles ist schon geschehen, heißt es bei der Uni weiter: Der erste Mehrwert der Digitalisierung war die Bereitstellung der wichtigsten Rechtstexte in einer Cloud für alle – in der Form von Rechtsinformationssystemen (wie RIS oder EUR-Lex). Die zentrale und öffentliche – als Open Data – verfügbare Cloud werde durch eine Vielzahl von privaten Clouds erweitert. Ergänzt werde dies durch Big Data: Niemals zuvor war so viel Wissen über die Welt verfügbar. Rechtsinformatik wird – wie schon seit langem die Verwaltungsinformatik – zunehmend durch kooperative computer-gestützte Kooperation dominiert.

„Intelligente Formulare“ für Automatisierung

Rechtsinformationssysteme (wie RIS oder EUR-Lex) wie auch Bürgerinformationsplattformen (wie HELP.gv.at) sind für alle nutzbar. Aber auch andere Texte werden seit langem wiederverwendet (wie beim Mahnverfahren der Justiz). In der europäischen E-Justiz werden „intelligente Formulare“ forciert; dies gilt auch für E-Government. Hier liege ein wesentliches Potential für die (Semi-)Automatisierung. Das Rechtssystem muss leistungsfähiger und effizienter werden, um die wesentliche Rolle in der Wissens- und Netzwerkgesellschaft auch ausüben zu können.

Ein wesentliches Ziel des IRIS2015 sei es, die Wechselwirkungen der Kooperation im Recht aufzuzeigen und zweckmäßige praktische Lösungen zu finden. Zu diesen und zu weiteren Themengebieten, etwa Urheberrecht, Suchtechnologien oder  E-Commerce, werden Workshops abgehalten.

Dabei wird auch heuer auf interdisziplinäre Ausrichtung und Einbeziehung der Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gesetzt. Die Organisation liegt in den Händen der Rechtsinformatik-Zentren an den Universitäten Wien und Salzburg.

Link: Arbeitsgruppe Rechtsinformatik (Uni Wien)

Link: WissensNetzwerk Recht, Wirtschaft und Arbeitswelt (Uni Salzburg)

 

    Weitere Meldungen:

  1. Neuer Standort für die FHWien der WKW im 9. Bezirk
  2. Siemens kauft Brightly Software mit Latham & Watkins
  3. Autofirmen rittern mit Noerr um Cash für Daten beim EuGH
  4. Finanzierungsrunde bei Freeeway AG mit Cerha Hempel