06. Jul 2015   Recht

SCWP Schindhelm rückt der großen Konkurrenz auf die Pelle

Franz Mittendorfer ©Adrei Liankevich / SCWP Schindhelm
Franz Mittendorfer ©Adrei Liankevich / SCWP Schindhelm

Linz. SCWP Schindhelm Services SE, eine Allianz von Wirtschaftskanzleien rund um die Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH in Linz und die deutsche Kanzlei Schindhelm in Osnabrück und Hannover, hat mehrere Expansionsschritte hinter sich, zuletzt nach Italien und Spanien. Ein weiterer, bedeutender Schritt steht unmittelbar bevor, sagt Partner Franz Mittendorfer zu Recht.Extrajournal.Net: „Auf den heutigen internationalen Märkten sind große Chancen vorhanden.“ Das nächste Expansionsland der Linzer ist kein kleines.

Die Geschichte von SCWP Schindhelm beginnt an den Stammsitzen von Saxinger, Chalupsky & Partner in Linz und Wels. „Wir hatten immer schon eine starke Marktposition in Oberösterreich, dem zweitstärksten Wirtschaftsraum Österreichs“, sagt Mittendorfer. Das Industrie-Bundesland ist stark auf den Export ausgerichtet, mit der Ostöffnung gingen die Klienten in den CEE-Raum. Für die Kanzlei war es naheliegend, sie dorthin zu begleiten, dadurch vor Ort schon eine Basisauslastung zu haben und weiteres Geschäft zusätzlich in Zentral- und Osteuropa aufzubauen. Der USP ist dabei der mehrsprachige Vor-Ort-Service, heißt es weiter: neben der jeweiligen Landessprache sowohl auf Deutsch wie auf Englisch.

Die Entwicklung

Zuerst ging es nach Tschechien, in die Slowakei und nach Ungarn, dann nach Rumänien. In letzterem Land begann man mit einem Joint-Venture mit einer bestehenden Kanzlei und einigte sich dann auf deren Übernahme. Deren aus Deutschland stammender Gründer überlegte es sich im letzten Augenblick anders und verlangte – obwohl man bereits handelseins war – einen Aufschlag auf den Kaufpreis, mit dem Argument, er habe ein besseres Angebot, erinnert sich Mittendorfer. Die Reaktion der Linzer kam wohl eher unerwartet: „Ich erklärte ihm, dass ich den zweiten Bieter anrufen werden, die offenkundig nichts von uns wissen und sagte, ich habe Sie vor Schaden bewahrt“, erinnert sich Mittendorfer.

Der zweite Bieter war die deutsche Wirtschaftskanzlei Schindhelm aus Osnabrück und Hannover: Wie die Österreicher eine alteingesessene Sozietät in ihrer Region und am Ausbau des Wirkungskreises interessiert. Statt sich gegenseitig in die Höhe zu lizitieren, kam es laut Mittendorfer letztendlich zu folgendem Endergebnis: einem Bündnis zwischen der Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH und Schindhelm zum Markteintritt in Rumänien. Die SCWP Schindhelm-Allianz war geboren, man startete in Rumänien gemeinsam. Weitere interessante Märkte wurden gemeinsam identifiziert und bearbeitet: Polen und die Türkei kamen dazu. „Damit war die erste Welle der Expansion abgeschlossen“, sagt Mittendorfer.

„Wir agieren mandantengetrieben“

Der Ausbau ist dabei immer mandantengetrieben, so Mittendorfer: Das gelte auch für die zweite Expansionswelle, die jüngst eine Erweiterung mit Kanzleien im starken Wirtschaftsraum Oberitalien und im spanischen Valencia (mit seinem interessanten Immobilienmarkt) gebracht hat. Seit Juni 2015 ist man daher nun mit DIKE Schindhelm in Bologna und mit L&L Schindhelm in Spanien vertreten. Mittendorfer: „Die Zusammenarbeit der Partnerkanzleien bietet Vorteile durch gemeinsames Auftreten am Markt. Es geht um Dachmarkenstrukturierung und die Steigerung des Qualitätsniveaus, aber nicht um Übernahmen.“

Der Allianz liegt das gemeinsame Unternehmen SCWP Schindhelm Services SE zugrunde: Die Gesellschaft schließt die Allianzverträge und hat die Markenrechte; Gesellschafter sind derzeit die Equity-Partner von Saxinger, Chalupsky & Partner Rechtsanwälte GmbH und Schindhelm, doch man sieht den Gesellschafterkreis durchaus als offen, heißt es in Linz.

Insgesamt sind in der SCWP Schindhelm Services SE aktuell mehr als 180 Juristen an 20 Standorten in 12 Ländern tätig.

Die dritte Welle der Expansion steht nun unmittelbar bevor, sagt Mittendorfer: „Wir stehen vor dem Abschluss mit mehreren Kanzleien in Deutschland.“ Damit hat man einen großen Markt im Visier, doch Schüchternheit ist nicht angebracht: „Warum denn auch? In der heutigen Internationalität der Märkte sind große Chancen vorhanden.“

Link: SCWP Schindhelm

 

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