01. Dez 2015   Business Recht Steuer

Karriere-Chancen bei Wirtschaftskanzleien 2016: Wen DLA Piper sucht (Teil 2)

Stephan Nitzl ©DLA Piper
Stephan Nitzl ©DLA Piper

Karrierechancen bei den großen Wirtschaftskanzleien: In Teil 2 des Interviews zu DLA Piper Weiss-Tessbach schildert Stephan Nitzl (Practice Group Head für Employment und Recruiting Partner), wie viele Juristen im letzten Jahr neu anfingen und wie viele jetzt gesucht werden. Außerdem: Gefragte Ausbildungen und wo DLA Piper nach neuen Mitarbeitern sucht.

Wo und wie suchen Sie den Nachwuchs? Auf der Uni, bei wissenschaftlichen Veranstaltungen, in Vereinen, in Social Media, auf Messen, über Werbung, über persönliche Kontakte der Kanzlei?

Nitzl: Die Entscheidung für den zukünftigen Arbeitgeber will sorgfältig überlegt sein. Auch wenn große Anwaltskanzleien auf den ersten Blick austauschbar wirken, gibt es erhebliche Unterschiede. In welchen Punkten sich DLA Piper von anderen Sozietäten unterscheidet, möchten wir gerne persönlich vermitteln. DLA Piper präsentiert sich daher den Studenten/-innen und Absolventen/-innen im Rahmen von Jobmessen (zB Success Messe am Juridicum bzw. Career Calling für die Zielgruppe WU Wien, TU Wien sowie BOKU), Karrieretagen bzw. auch im Rahmen einer einzigartigen Inhouse Veranstaltung: DLA Piper Behind the Scenes.

Ausgewählte Studenten/-innen und Absolventen/-innen stellen bei dieser Veranstaltung im Rahmen einer Due Diligence Prüfung ihre juristischen Fähigkeiten unter Beweis. In einer nachgestellten M&A Transaktion erarbeiten sie gemeinsam mit unseren Juristen/-innen aus den verschiedenen Rechtsbereichen in Kleingruppen alle relevanten Eckpunkte eines erfolgreichen Deals im Bereich des Wirtschaftsrechts. Zum Abschluss erhalten die Kandidaten/-innen die Möglichkeit, die Ergebnisse „ihrem“ Klienten zu präsentieren. Unter den Kandidaten/-innen wird im Rahmen von mehrstufigen Interviews eine Selektion durchgeführt, um neben den fachlichen Skills auch den „Fit“ in das Team zu gewährleisten.

Wie wählen Sie dann in weiter Folge unter den Bewerberinnen und Bewerbern bzw. Kandidaten aus?

Nitzl: Wir wenden uns an Teamplayer, die Eigeninitiative zeigen und sich gerne in einem bestimmten Rechtsgebiet positionieren möchten. Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich die Kandidaten und Kandidatinnen gerne in einem internationalen Umfeld bewegen möchten und entsprechende Sprachkenntnisse mitbringen.

Die juristische Ausbildung ist in den letzten Jahren vielfältiger geworden. Welche Ausbildungen sind Ihnen und Ihrer Kanzlei wichtig, welche bringen Vorteile (Hauptstudium, Zweitstudien, Postgraduate, etc.)? Gibt es aktuell aus Ihrer Sicht eine besonders erwähnenswerte Postgraduate-Ausbildung oder ein Seminar, das Sie für nützlich erachten?

Nitzl: Unserer Kanzlei ist es wichtig, dass bei den Bewerbern und Bewerberinnen erkennbar ist , dass diese bereits während des Studiums „über den Tellerrand sehen“ konnten. Ob die Basis ein rechtswissenschaftliches oder wirtschaftsrechtliches Studium / Doktorat ist oder aus einem der zahlreichen postgradualen Programmen kommt, ist hierbei weniger relevant; auch ob die Auslandserfahrung aus einem Praktikum, einem Auslandssemester oder der Absolvierung eines LLM-Studiums entstammt.

Wie viele Mitarbeiter hat die Kanzlei derzeit insgesamt, wie viele juristische Mitarbeiter, Anwälte, Partner?

Nitzl: Insgesamt über 130 Mitarbeiter/-innen, davon 60 Juristen/-innen.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie in den letzten 12 Monaten aufgenommen?

Nitzl: 50 Mitarbeiter, wobei DLA Piper jährlich 15 Praktikanten/-innen die Möglichkeit gibt, im Rahmen des Sommerprogramms unsere Kanzlei kennen zu lernen sowie an die 10 Positionen für Studenten/-innen vergeben werden, die während des Semesters Erfahrung in einer Wirtschaftskanzlei sammeln möchten.

Wie viele Mitarbeiter sollen aus jetziger Sicht in den nächsten 12 Monaten aufgenommen werden?

Nitzl: Es werden in etwa wiederum 50 Mitarbeiter (siehe oben) aufgenommen.

Was hat sich in den letzten 12 Monaten auf der Führungsebene getan, wer kam neu, gab es in den letzten 12 Monaten Änderungen bei der Leitung von Teams, Fachgruppen, Partnern usw.?

Nitzl: Thomas Kralik (50) wechselte mit 15. Oktober 2015 als Partner in unsere Kanzlei. Der Experte für Strafrecht und frühere Eichenseder-Mitarbeiter führte zuvor seine eigene Kanzlei. Die Aufgabe bei DLA Piper lautet nun Wirtschaftsstrafsachen. Kralik komplettiert unser Angebot im Bereich Wirtschaftskriminalität, Korruptionsprävention und behördliche Ermittlungen sowohl national als auch – im Rahmen der weltweiten DLA Piper White Collar Praxis – international.

Er verfügt über umfassende Erfahrung in der wirtschaftsstrafrechtlichen Verteidigung und hat bei zahlreichen prominenten Verfahren der letzten Jahre vertreten. Seine Beratungstätigkeit umfasst alle Aspekte strafrechtlicher Ermittlungen, von der internen Aufklärung des Sachverhaltes, über Risikobewertung einzelner Geschäftsfelder bis hin zur Verteidigung von Unternehmen und Privatpersonen gegen strafrechtliche Vorwürfe.

Was ist aus Ihrer Sicht noch zu sagen, wenn es um die Karrierechancen bei den Wirtschaftskanzleien geht?

Nitzl: Das Studium Rechtswissenschaften bzw. Wirtschaftsrecht bietet ein breites Betätigungsfeld für Absolventen/-innen und herausragende Zukunftsperspektiven – gerade für jene, die sich gerne in der Beratung etablieren möchten, sind die Aussichten in der Anwaltei und im speziellen in den großen Wirtschaftskanzleien uneingeschränkt vorhanden.

(Zu Teil 1 des Interviews – Karriere-Chancen bei den Wirtschaftskanzleien im Jahr 2016: Wen sucht DLA Piper)

Mag. Stephan Nitzl ist Practice Group Head für Employment und Recruiting Partner bei DLA Piper Weiss-Tessbach.

Link: DLA Piper

 

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