16. Nov 2016   Business Tech

Handel will neue Shopping Center-Konzepte

Cannes. Von 16. bis 18. November findet in Cannes die MAPIC 2016 statt, die wichtigste europäische Messe für Einzelhandelsimmobilien. Hauptthema sind dort neue Retail-Konzepte als Antwort auf den Online-Handel.

Die MAPIC, die europaweit wichtigste Messe für Einzelhandelsimmobilien, steht heuer ganz im Zeichen innovativer Konzepte, mit denen die Immobilienbranche gegen die zunehmenden Herausforderungen bei Einzelhandelsflächen ankämpft, heißt es bei Österreichs Immo-Beratungsunternehmen EHL: Trotz des robusten Konsumklimas leide die Branche unter der immer schärferen Konkurrenz durch den Onlinehandel, der dem stationären Einzelhandel Jahr für Jahr höhere Marktanteile abjagt.

„Nach einer gewissen Schockstarre ist jetzt wieder mehr Optimismus zu verspüren, dass diese Entwicklung nicht als unvermeidliches Schicksal hingenommen werden muss“, erklärt Jörg Bitzer, Einzelhandelsspezialist bei EHL Immobilien. „Heuer werden auf der MAPIC so viele neue und zum Teil außerst kreative, innovative Konzepte für die Neubelebung der klassischen Einzelhandelsfläche vorgestellt wie nie zuvor. Wer diese neuen Möglichkeiten frühzeitig erkennt und umsetzt, hat gute Chancen, die aktuell schwierige Situation unbeschadet zu überstehen und auch wieder in einen Wachstumsmodus zu wechseln.“

Die Veränderungen sind drastisch

Einstweilen stehen die Zeichen aber auf Sturm: Für die kommenden zehn bis 15 Jahre wird EU-weit mit einem Rückgang der Einzelhandelsflächen um bis zu 15 Prozent gerechnet und weltweit beginnen die großen Handelsketten ihre Filialnetze in den etablierten Märkten tendenziell zu reduzieren.

„Vor wenigen Tagen haben binnen einer Woche große, in Österreich stark präsente Player wie C&A und Tom Tailor eine Neupositionierung bzw. Redimensionierung ihrer weltweiten Filialnetze angekündigt. Fast zeitgleich gab das Luxuslabel Roberto Cavalli bekannt, den 2013 im Goldenen Quartier eröffneten Wiener Flagshipstore schon wieder schließen zu wollen. Da darf man auch in Österreich die Augen nicht vor dem Strukturwandel im stationären Einzelhandel verschließen“, warnt Bitzer.

Die bei der MAPIC präsentierten Gegenstrategien lassen sich laut EHL in drei Großgruppen zusammenfassen:

  • High-Tech-Kommunikation mit Kunden: Rund 40 Unternehmen präsentieren heuer (vor allem mobile) Kommunikationssysteme, mittels derer Besucher von Einkaufszentren auf aktuelle Angebote hingewiesen werden, sie zu Produkten geführt werden, über die sie sich bereits online informiert haben, etc.
  • Ausgefeilte Pop-Up-Angebote: Bei der MAPIC präsentieren sich mehr als 30 international tätige Nutzer von Pop-Up-Flächen, ein Großteil von diesen sei bereits erfolgreich als Onlinehändler tätig.
  • Essen, trinken und Entertainment statt shoppen: Der Boom neuer Food & Beverage-Konzepte führt dazu, dass diesen erstmals ein eigener Food-Court auf der MAPIC gewidmet wird. Auch Entertainmentangebote, die Einkaufszentren attraktivieren können, stoßen auf großes Interesse.

„In den kommenden Jahren wird sich im Bereich Einzelhandelsimmobilien die Spreu vom Weizen trennen“, so Bitzer. „Das gilt auch für gute und sehr gute Standorte.“ Doch mit aktivem, innovativem und professionell umgesetztem Flächenmanagement werde man „trotz der sinkenden Nachfrage nach klassischen Einzelhandelsflächen Leerstande und Mietenrückgänge vermeiden können“, hofft er.

Link: EHL

 

    Weitere Meldungen:

  1. Hogan Lovells berät HR Group beim Erwerb von Vienna House
  2. Anton Cech leitet künftig zwei Shopping Cities
  3. Die Blockchain als Hoffnung für den Immobilienmarkt
  4. Westcore verkauft U6 Center mit Wolf Theiss