12. Nov 2019   Business Steuer

Immobilien bleiben gefragte Anlageform

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Immobilien. Europas große Anleger sehen weiterhin einen Trend zu Immobilien, das zeigt die aktuelle Ausgabe der „Emerging Trends in Real Estate Europe 2020“ von PwC und dem ULI Institut.

In den meisten Immobilienbereichen wird demnach weiterhin mit der Verfügbarkeit von reichlich Eigen- und Fremdkapital gerechnet. Die Suche nach sicheren und stabilen Erträgen sei der Grund für das anhaltend hohe Interesse der Investoren, heißt es bei PwC.

Trotz einiger Bedenken weiter positiv

Trotz einer Reihe von allgemeinen geopolitischen Bedenken und konkreten Herausforderungen in der Branche könne sich der vorsichtig positive Ansatz behaupten:

  • Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer rechnen damit, dass sich steigende Baukosten am meisten auf ihre Geschäfte auswirken werden. Von besonderer Bedeutung ist dies für Investoren, die zur Beschaffung von Vermögen eine Build-to-Core-Strategie verfolgen.
  • Darüber hinaus bringt der Mangel an leistbarem Wohnraum weiterhin sowohl Bedenken als auch Chancen: 61 % der Befragten glauben, dass sich das Problem in den nächsten fünf Jahren noch verstärken wird.
  • Auf der Makroebene wird die Branche sowohl von der internationalen politischen Instabilität als auch jener in Europa überschattet: 81 % bzw. 70 % der Umfrageteilnehmer gaben diese als zentrale Bedenken an.
  • Trotz des unsicheren Umfelds, des Brexit-Effekts und der steigenden Baukosten prognostiziert PwC für 2020 einen aktiven Markt. Investoren scheinen relativ optimistisch, und werden klar durch die Beibehaltung bzw. Senkung der Zinssätze bei den Zentralbanken besänftigt.
  • Darüber hinaus haben mehr als zwei Drittel der Befragten ihre Besorgnis in Bezug auf den Einfluss von Umweltbelangen, als auch die zunehmende Regulierung um die Einhaltung von Emissionszielen auf ihre Geschäfte, zum Ausdruck gebracht.

Logistik-Immos und neue Wohnformen im Kommen

Bei den bevorzugten Bereichen für die Immobilienanlage und -entwicklung steht in den Emerging Trends erneut die Logistik ganz oben, was auf den weiter anwachsenden Online-Handel zurückzuführen sei.

Bei anderen Sektoren mit Kapitalzufluss dominiert erneut der Wohnimmobilienbereich die Anlage-Rankings. Viele Teilbereiche im Wohnraumsektor wie etwa Co-Living-Projekte, Studentenwohnheime und Mietwohnungen gestalten sich operativ zwar komplex, gelten jedoch aufgrund der starken Nachfrage als sichere Option.

Auch die Umwidmung von Handelsimmobilien ist für viele Investoren mittlerweile eine nicht nur realisierbare, sondern sogar sehr gefragte Möglichkeit geworden. Dabei werden gemischt genutzte Immobilien ins Auge gefasst, oft um Stadtzentren neu zu beleben.

Peter Fischer, Real Estate Leader bei PwC Österreich, erklärt dazu: „Der Weg führt uns weg von der klassischen, althergebrachten Flächenproduktion, hin zur Schaffung von „customer-tailored products“ um vom Life Circle des Assets zum Life Circle Need unserer Kunden zu gelangen.“

Die Top Städte: Wien gut, aber langweilig

Alle untersuchten deutschen Städte – Berlin, Frankfurt, München und Hamburg – erreichten die Top 10. Die Rahmenbedingungen dieser Märkte werden entgegen den Befürchtungen zur deutschen Wirtschaft als durchaus gesund eingeschätzt.

Gleichermaßen profitieren andere Top-10-Städte wie Amsterdam und Madrid von einer guten Angebots- und Nachfragedynamik. Trotz der anhaltenden Ungewissheit hinsichtlich eines Brexits belegt London dieses Jahr den vierten Platz.

Wien gilt als attraktive Stadt, in der die Menschen gerne leben und die Bevölkerung schnell wächst. Sie wird unter Investoren aber oftmals als „langweiliger“ Markt bezeichnet, denn die Leerstandsquote ist niedrig und das Mietniveau stabil.

So biete Wien, aufgrund der begrenzten Entwicklungsmöglichkeiten, die zu einem Stillstand im zentralen Geschäftsviertel der Stadt führen, weniger Wachstumspotenzial als andere CEE-Büromärkte.

 

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