15. Mai 2020   Business

Umweltdachverband jagt 150 Mio. Euro für Flüsse

Franz Maier ©Umweltdachverband / Michael Schöppl

Umweltförderung. Österreichs Flüsse und Bäche sind laut BOKU in schlechtem Zustand. Ein fast vergessenes Fördergesetz sieht 150 Mio. Euro zur Reparatur vor, so Umweltschützer.

Lebendige Fließgewässer und intakte Wasserkreisläufe sind nicht nur in Sachen Klimaschutz Schlüsselfaktoren: „Sie sind für die Trinkwasserversorgung, für die Nahrungsmittelproduktion, als Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und nicht zuletzt auch als Erholungsräume für uns Menschen essenzielles Lebenselixier“, so Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes.

Allerdings seien fast zwei Drittel unserer Fließgewässer in keinem guten ökologischen Zustand und müssen dringend saniert werden: „Nur ein Prozent der Flüsse weisen noch Auen auf“, so Maier.

Studie und erste Maßnahmen

Den kritischen Zustand der Gewässer bestätige auch eine akutelle BOKU-Studie, die im Auftrag des WWF entstanden ist, und die insbesondere das Sterben wertvoller Fließgewässerstrecken aufgrund massiver Verbauung vor allem durch Wasserkraftwerke analysiert. „Die Bundesregierung muss ökologisch sensible Fließgewässer schützen und die notwendigen Gelder für die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen endlich flüssig machen“, so Maier.

Das in der vergangenen Woche verabschiedete Wasser-Konjunkturpaket des Landwirtschaftsministeriums sei ein erster Schritt in die richtige Richtung. Jetzt müsse auch das seit Jänner 2018 in der Schublade liegende Umweltförderungsgesetz, das eine Finanzierung der notwendigen Renaturierungsmaßnahmen in Höhe von mindestens 150 Mio. Euro im Rahmen einer sechsjährigen Förderperiode vorsieht, „hervorgeholt und umgesetzt werden. Das wäre eine Win-win-win Situation für Umwelt, Wirtschaft und Menschen und eine echte Erfolgsformel für die Krisenzeit“, so Maier.

Positive Effekte für Volkswirtschaft

Der Präsident des Umweltdachverbands zitiert eine vom Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Siedlungs- und Schutzwasserwirtschaft sowie der Gewässerökologie in Österreich, die besagt, dass die aus derartigen Investitionen rückfließenden Steuerbeträge wesentlich höher sind als die eingesetzten Bundesförderungsmittel.

Investitionen in Gewässerrenaturierungen seien gerade in Zeiten der aktuellen Krise besonders attraktiv, da sie neben den Umwelteffekten auch Arbeitsplätze schaffen und Steuereinnahmen auslösen würden. Außerdem helfen sie, die verpflichtenden Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen, wonach die Fließgewässer bis 2027 in einen guten oder sehr guten Zustand zu bringen seien.

 

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