19. Mrz 2021   Recht Tools

Nachhaltigkeit: VKI nimmt Werbeversprechen unter die Lupe

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Konsumentenschutz. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine neue Meldestelle gegen sogenanntes „Greenwashing“ von Unternehmen eingerichtet.

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat ein neues Projekt gestartet: den sogenannten „Greenwashing-Check“. Konsumenten haben dabei die Möglichkeit, dem VKI zweifelhafte Werbeversprechen von Unternehmen in Bezug auf deren Nachhaltigkeitsbestrebungen zu melden – sogenanntes „Greenwashing“. Die gemeldeten Werbeinhalte werden in Folge vom VKI auf deren Wahrheitsgehalt geprüft, so die Verbraucherschützer.

„Im Rahmen des Greenwashing-Checks wird der VKI künftig regelmäßig grüne Verspechen von Unternehmen, Labels und Produkten faktenbasiert hinterfragen und dahinterliegende Strategien sichtbar machen. Wenn Konsumenten sich über dreiste, widersinnige Nachhaltigkeitsversprechen wundern oder ärgern, haben sie nun die Möglichkeit, diese bei uns zu melden, damit wir der Sache gegebenenfalls auf den Grund gehen“, so Raphael Fink vom VKI.

Kritik an Wizz Air

Der erste Greenwashing-Check widmete sich der ungarischen Billig-Airline Wizz Air. Diese warb mit dem Slogan „Nachhaltigkeit ist ein langes Wort. Sag‘ einfach WIZZ. Europas Airline mit dem kleinsten CO2-Fußabdruck“.

Laut VKI soll der Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens keine Erkenntnisse über besondere Nachhaltigkeit zutage gefördert haben. Das Bemühen um Effizienzsteigerung wie neue Flugzeuge, höherer Besetzungsgrad, niedrigere Fluggeschwindigkeiten sei „begrüßenswert“, diese Maßnahmen als „grün“ zu verkaufen, hält der VKI aber für „gewagt“.

Maßnahmen wie Papiereinsparung und Mülltrennung im Büro seien zwar löblich, aber in ihrem klima-positiven Effekt im Vergleich zu Flugzeugemissionen vernachlässigbar. Auf eine Bitte des VKI um Stellungnahme habe Wizz Air bis dato nicht reagiert.

 

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