31. Mrz 2021   Business

Was Unternehmen von Astronauten lernen können

Laura Winterling ©Quality Austria / Anna Rauchenberger

Qualitätsmanagement. Die ehemalige Astronauten-Trainerin Laura Winterling zeigte beim jüngsten Quality Austria-Forum Parallelen zwischen Astronauten und Unternehmen auf.

Das Forum stand dieses Mal unter dem Motto „Improvisation = die neue Perfektion?“. „Das Wort Perfektion klingt in der Theorie zwar gut, aber wenn nur noch das Eine zählt und links und rechts nichts mehr gilt, wird man total unflexibel und ist nicht mehr kreativ“, so Winterling.

„Derzeit sind viele Unternehmen dazu gezwungen, von ihren ursprünglichen Plänen abzuweichen. Der Wert der dokumentierten Informationen wird dabei noch immer von vielen unterschätzt“, so Konrad Scheiber, Geschäftsführer von Quality Austria. Mit Bürokratie habe das nichts zu tun, sondern mit „Fehlerkultur, Nachweisbarkeit und kontinuierlichen Verbesserungsprozessen.“

Astronauten-Trainerin Winterling sah hier durchaus Parallelen zwischen den Anforderungen im Weltall und dem Qualitätsmanagement bei irdischen Organisationen.

Bei der Auswahl der angehenden Astronauten werde beispielsweise nicht nach Perfektion Ausschau gehalten: „Den Kandidaten werden bei den Aufnahmetests mehr Aufgaben gegeben, als sie in der vorgegebenen Zeit bewältigen können. Durch den Druck passieren zwangsläufig Fehler und wir beobachten, ob sie ihren alten Fehlern nachhängen oder ob sie in der Lage sind, sich sofort wieder neuen Aufgaben zu widmen“, so Winterling.

Wenige Insolvenzen

Quality Austria-Geschäftsführer Konrad Scheiber präsentierte in diesem Zusammenhang Statistiken in Bezug auf Qualitätsmanagement: „Wie interne Statistiken seit der Gründung der Quality Austria im Jahr 2004 zeigen, gab es unter den von uns zertifizierten Unternehmen fast keine Insolvenzen.“ Dabei spielte die Dokumentation eine wichtige Rolle, so Scheiber.

Allerdings warnte er davor, Qualitätsmanagement mit Bürokratie zu verwechseln, weil das den Eindruck erwecke, dass Dokumentation etwas Schlechtes sei: „Ein Krankenhaus hat einen völlig anderen Dokumentationsbedarf als ein Frisör. Laut der Norm ISO 9001 muss daher immer risikobasiert und umgebungsbedingt vorgegangen werden.“

Zu den unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten der Dokumentationen kommt für den CEO der Quality Austria aber noch ein Faktor hinzu: „Das Thema Qualität muss von den Mitarbeitern wirklich verinnerlicht werden, denn nur dann können im Krisenfall alle Vorteile der Zertifizierung voll ausgeschöpft werden. Im Gegensatz dazu steht die dokumentierte Anweisungsqualität, wo die Mitarbeiter einfach nur ihre Pflicht erfüllen“, so Scheiber.

 

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