23. Sep 2009   Recht Tipps

Österreichische Internet-Provider laden zu Tagung zur Zukunft von Urheberrecht, Web 2.0

Wien. Das starke Wachstum der Internetnutzung und die resultierenden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen auf das alltägliche Leben stehen im Mittelpunkt der Diskussion beim ISPA Internet Summit Austria 2009. Auf Einladung der österreichischen Internet-Provider wird in Anwesenheit von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner etwa über die umstrittene „Kultur-Flatrate“ statt herkömmlichen Urheberschutzrechten diskutiert. Sie soll Raubkopien sinnlos machen und Künstlern ein Einkommen sichern, wird aber von der Wirtschaft weithin abgelehnt.

Im Blickwinkel der Urheberrechtsproblematik und des Booms von Sozialen Netzwerken im Internet, will der Internet Summit, der heuer unter dem Motto „Wir sind Internet!“ am 29. September 2009 in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stattfindet, einen Blick in die Zukunft der Internetgesellschaft bieten. Nach einer Begrüßung von Bandion-Ortner, setzen sich nationale und internationale Experten mit den Fragen zu den zwei großen Themenbereichen „Urheberrecht im digitalen Zeitalter“ und „Auswirkungen sozialer Netzwerke auf das reale Leben“ auseinander. Sie analysieren anhand aktueller Beispiele Trends und Innovationen im Internet und zeigen, wie die Umwälzung der digitalen Vernetzung erfolgreich genutzt werden kann.

Kultur-Flatrate?

Die beiden Hauptvorträge werden heuer von dem Medienwissenschafter Volker Grassmuck und dem MIT-Wissenschafter Peter A. Gloor gehalten. Grassmuck fordert „die Erneuerung des Urheberrechts im digitalen Zeitalter“ und sieht in der digitalen Revolution und dem Datenaustausch über das Internet keine Bedrohung, sondern eine Chance für einen Neuanfang, für einen neuen Sozialvertrag zwischen Kreativen und Gesellschaft. Sein Konzept der Kultur-Flatrate ist ein Schlüsselelement in der Debatte über das Urheberrecht, das den technischen Innovationen nicht mehr gewachsen scheint, wie die Veranstalter es formulieren.

Peter A. Gloor, Wissenschafter an der MIT Sloan School of Management, will die Entwicklungen im Internet, insbesondere die wachsende Beliebtheit Sozialer Netzwerke, ebenfalls positiv nutzen. Durch die Analyse solcher Plattformen mit Hilfe eines am MIT entwickelten Verfahrens, gelinge es frühzeitig neue, coole Ideen zu entdecken („Coolhunting“), die wiederum Vorhersagen von Trends gestatten. Das Verfahren beruht darauf, die kreativen Köpfe dieser Trends ausfindig zu machen. Damit kann beispielsweise der Erfolg von Wahlkämpfen präzise vorhergesagt und Konsumententrends aufgespürt werden.

Link: ISPA

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