01. Aug 2014   Business Recht

Überweisungen ab heute nur noch mit IBAN möglich: Mehr Tempo, vielleicht auch mehr Risiko

©ejn
©ejn

Wien. Ab heute können Überweisungen und Lastschriften in Österreich nur noch mit der neuen europaweiten Kontonummer IBAN durchgeführt werden. Bei Auslandsüberweisungen ist zusätzlich auch noch der BIC („Business Identifier Code“) nötig. Die bisher verwendeten nationalen Kontonummern und Bankleitzahlen sind nicht mehr einsetzbar; Überweisungen mit ihnen werden nicht durchgeführt, Zahlscheine nicht akzeptiert. Auch in weiteren 33 Ländern lösen die neuen SEPA-Überweisungen die bisherigen nationalen Verfahren ab.

Die Umstellung hat Vorteile für die Kunden, allerdings scheint es auch neue Gefahren zu geben: der internationale Zahlungssystem-Anbieter Ayden etwa ortet mehr Angriffe krimineller Gruppen auf das SEPA-Lastschriftverfahren als auf die alten nationalen Systeme.

Im Gegensatz zum ersten Versuch blieb diesmal der Proteststurm bei der endgültigen Umstellung auf SEPA („Single Euro Payments Area“) aus: Die Geldinstitute setzen auf eine harten Schnitt, gepaart mit mehr Service. So führt etwa die IT der Bank Austria zwar ab heute keine Aufträge mit nationaler Kontonummer mehr aus; gleichzeitig stehen die Mitarbeiter in den Filialen und an den Service-Hotlines aber sprungbereit, um verunsicherte Kunden (z.B. mit altem Zahlschein in der Hand) auf den rechten Überweisungsweg mittels IBAN zu verweisen, so die Bank.

Vorteile und Gefahren

SEPA hat mehrere Vorteile, heißt es beim Bezahlsystemanbieter Ayden: eine Banküberweisung innerhalb der EU soll nur noch einen Werktag dauern, hohe Zuschläge für Auslandsüberweisungen fallen weg. Wer innerhalb der EU bisher mehrere nationale Bankkonten für verschiedene Länder einsetzen musste, kommt nun mit einem Konto zurecht. Und die Unternehmen können sich europaweit die von den Gebühren her günstigste Bank für ihre Firmenkonten aussuchen, heißt es in einer Aussendung.

„SEPA bietet Unternehmen gerade im internationalen Zahlungsverkehr viele Vorteile. Insbesondere eignet sich das neue Verfahren für wiederkehrende Zahlungen wie etwa Abonnements und erleichtert damit den Zahlungsverkehr für Händler merklich. Dennoch gibt es einige Punkte, auf die Händler beim Verfahren besonders achten sollten“, so Anton von Ingelheim, VP Sales bei Adyen. Highlights von – und empfohlene Maßnahmen zu – SEPA seien die folgenden:

  • Die Validierung der IBAN während des Zahlvorgangs helfe nicht nur dabei, Käufern die Umstellung auf die längere Kontonummer zu erleichtern, sie beuge auch späteren potentiellen Rückzahlungen vor, sei also auch im Interesse des Unternehmens.
  • Empfehlenswert sei „ein gründliches Risikomanagement, da das Risiko von Rückbelastungen und Betrugsversuchen bei SEPA nach bisherigen Daten höher zu sein scheint als beim Elektronischen Lastschriftverfahren (ELV)“, so die Aussendung wörtlich.
  • Die Autorisierungsrate für SEPA sei europaweit relativ hoch und auch im Vergleich zu ELV zumeist deutlich besser.
  • Mit SEPA haben Konsumenten einen Anspruch auf Zahlungsrückerstattung ohne Angabe von Gründen. Im Vergleich zu Nachbarländern werde z.B. in Deutschland häufiger von diesem Recht Gebrauch gemacht.
  • Zusätzliche Autorisierungen können das Risiko einer Rücklastschrift reduzieren, heißt es: so biete man per „Hosted Payment Page“ jetzt ein spezielles Unterschriftsfeld für den Käufer.

Link: Adyen

 

    Weitere Meldungen:

  1. Blackout: Tagung zu Vorbereitung & Regeln
  2. Kommunalkredit: Energiesektor als Wachstumstreiber
  3. AK-Klage gegen Bawag: Es gibt Geld für Kunden
  4. Neuer Management-Bachelor des IfM Salzburg