01. Dez 2014   Bildung & Uni Business Recht

Auch Künstler brauchen ein Rechts-Diplom? Neuer Lehrgang Kunstrecht der Donau-Uni Krems für Kultur-und Ausstellungsprofis

Donau-Uni Krems ©Suzy Stöckl
Donau-Uni Krems ©Suzy Stöckl

Krems. Im März 2015 startet an der Donau-Uni Krems das neue Zertifikatsprogramm Kunstrecht. Seine sechs Module reichen vom Kunstmarkt über Kunstpräsentation bis zu >Kunst im Streit<. Gedacht ist der einsemestrige Lehrgang primär nicht für Juristen, sondern für Praktiker, die im Kunst- und Ausstellungsbereich tätig sind: Kunsthändler, Sachverständige, Museumsbeschäftigte, Consulter.

Auch bildende Künstler sind Zielgruppe, so die Uni: Zum Kuss der Muse brauche es heutzutage auch die Waagschalen der Justitia.

Der Kunstmarkt ist zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden, insbesondere im Zuge der Globalisierung ist vieles in Bewegung geraten, heißt es in einer Aussendung der Kremser: Hinzu gekommen sind in den vergangenen Jahrzehnten spektakuläre Fälle um Nachlässe, Raubkunst und illegalen Handel.

Solche Kunstrecht-Fälle zeigen, dass Rechtskenntnisse zunehmend wichtig sind, um sich einerseits vor rechtlichen Gefahren, wie zum Beispiel Haftungen, zu schützen und andererseits Rechte erfolgreich geltend zu machen, heißt es weiter. „Die rechtliche Durchdringung des Kunstbereichs schreitet voran. Im Kunstbereich Tätige haben jedoch in der Regel kein juristisches Wissen. Kenntnisse des Kunstrechts, das eine Querschnittsmaterie darstellt, waren bis dato nur einem kleinen Personenkreis vorbehalten“, so Professor Thomas Ratka, Chef des Departments für Wirtschaftsrecht und Europäische Integration an der Donau-Uni.

Das Kurzstudium (1 Semester) soll in sechs Modulen relevante Rechtskenntnisse an Kunstschaffende, KunsthändlerInnen und -sachverständige, MitarbeiterInnen in Museen, RestauratorInnen oder auch Art Consulter vermitteln.

Die Lehrinhalte

Der Universitätslehrgang umfasst laut den Angaben folgende Bereiche:

  • Kunstschaffen (für KünstlerInnen)
  • Kunstmarkt (klassischer Kunsthandel)
  • Kunstpräsentation und Bewahrung (Rechtsfragen zu Ausstellungen und Leihverkehr, zur musealen Sammlungsverwaltung sowie zur Restaurierung)
  • Kunst im Streit (die Rückführung illegal ausgeführter Kunstwerke, die Restitution während des NS-Regimes und als Beutekunst enteignete Kunstwerke, sowie auch die zivilrechtliche Rechtsdurchsetzung)
  • Kunstdiskurs (aktuelle Problemstellungen aller Bereiche anhand von Fallbeispielen für die Praxis)

Der Lehrgang richte sich an Personen mit abgeschlossenem Hochschulstudium oder gleichzuhaltender fachlicher Qualifikation.

Link: Donau-Uni

 

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