23. Dez 2021   Business Recht

Die häufigsten Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz

©ejn

Erhebung. Neun von zehn Erwerbstätigen sind am Arbeitsplatz von Gesundheitsrisiken betroffen. 3,5 Prozent erlitten letztes Jahr einen Arbeitsunfall, so Statistik Austria.

Rund 3,7 Mio. Erwerbstätige waren am Arbeitsplatz zumindest einem körperlichen und/oder psychischen Risikofaktor ausgesetzt, das entspricht rund 86% aller Erwerbstätigen. Dies geht aus den Ergebnissen einer Befragung hervor, die im Rahmen der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung von Statistik Austria im Jahr 2020 durchgeführt wurde.

  • Acht von zehn Erwerbstätigen gaben dabei mindestens einen körperlichen Risikofaktor an, rund 60% klagten über zumindest ein psychisches Risiko.
  • Rund 13% aller aktuell oder früher Erwerbstätigen berichteten zudem über eine durch die Arbeit bedingte Gesundheitseinschränkung.
  • 3,5% aller Erwerbstätigen gaben an, im Jahr vor der Befragung mindestens einen Arbeitsunfall gehabt zu haben.

Überanstrengung der Augen und Zeitdruck

  • Als häufigstes körperliches Gesundheitsrisiko wurden Arbeiten genannt, bei denen eine starke Anstrengung der Augen nötig ist (von rund 40% der Erwerbstätigen).
  • Jeweils rund ein Drittel gab an, sich wiederholende Handbewegungen ausführen oder schmerzhafte Arbeitshaltungen einnehmen zu müssen.
  • Mit schweren Lasten zu hantieren hatte rund ein Viertel der Erwerbstätigen.

Erwerbstätige in der Landwirtschaft waren mit über 90% Betroffenen am stärksten körperlichen Risiken am Arbeitsplatz ausgesetzt, heißt es in einer Aussendung der Statistik Austria. In ähnlicher Größenordnung traf dies auch auf im Bauwesen (rund 89% Betroffene) sowie in der Abfallentsorgung bzw. Wasserversorgung (87%) tätige Personen zu.

Psychische Belastungsfaktoren betreffen vor allem jene Branchen, in denen personenbezogene Dienstleistungen erbracht werden:

  • Starker Zeitdruck bzw. Arbeitsüberlastung wurde am häufigsten (von beinahe 40% der Erwerbstätigen) als größtes Risiko für das psychische Wohlbefinden angegeben.
  • Rund ein Drittel hatte Umgang mit schwierigen Personen.

Rund drei Viertel (74%) der im Gesundheitswesen Tätigen nannten zumindest einen psychischen Risikofaktor bei der Arbeit, ebenso wie 68% der im Erziehungswesen Tätigen sowie knapp zwei Drittel (65%) der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.

Arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme

13,4% aller (jemals) erwerbstätigen Personen gaben zumindest ein arbeitsbedingtes Gesundheitsproblem an. Als schwerwiegendste gesundheitliche Beschwerden nannte rund ein Drittel der betroffenen Personen durch die Arbeit hervorgerufene Rückenprobleme, etwa ein Fünftel berichtete über Probleme mit Nacken, Schultern, Armen oder Händen.

14% gaben Probleme mit Hüften, Beinen oder Füßen an, knapp 7% nannten Depressionen und etwas weniger als 5% Stress als schwerwiegendste arbeitsbedingte Einschränkung.

Männer häufiger von Arbeitsunfällen betroffen

3,5% bzw. 163.400 Erwerbstätige berichteten, im Jahr vor der Befragung mindestens einen Arbeitsunfall gehabt zu haben. Mit sieben von zehn Opfern waren Männer deutlich öfter von Arbeitsunfällen betroffen als Frauen.

 

    Weitere Meldungen:

  1. Seminar: Häufige Fehler in Dienstverträgen aus Profi-Sicht
  2. Bewährt seit über 20 Jahren: die BMD Lohntagung
  3. D.A.S. schildert was bei Streiks und Versammlungen gilt
  4. Fachseminar zu Fallen im Arbeitsrecht bei BMD