15. Jan 2013   Steuer

Ernst & Young: Österreichischer Immobilienmarkt könnte neuen Aufschwung erleben

Alexander Wlasto © Ernst & Young
Alexander Wlasto ©Ernst & Young

Wien. Der österreichische Immobilienmarkt könnte dieses Jahr im europäischen Vergleich an Attraktivität gewinnen, so die Ergebnisse der aktuellen Ernst & Young-Studie „Immobilien-Investmentmarkt 2013″.

In Folge könnte Österreich heuer wieder mehr größere Deals und auch insgesamt mehr Transaktionen sehen. Auch die Preise in guten Lagen könnten steigen, und zwar sowohl für Büro-, Wohn- und Einzelhandelsimmobilien, so Ernst & Young.

Befragt wurden für die Studie unter anderem Banken, geschlossene Fonds sowie börsennotierte und auch staatliche Gesellschaften, die am österreichischen Immobilienmarkt aktiv sind. Insgesamt 21 Marktteilnehmer sollen sich an der Umfrage beteiligt haben, heißt es in einer Aussendung.

Sieben von zehn Befragten erwarten ein insgesamt steigendes Transaktionsvolumen, und neun von zehn Befragten sehen den heimischen Markt im internationalen Vergleich als attraktiv.

„Der Zuwachs an Vertrauen in unseren Markt heißt nicht, dass die Zeiten weniger stürmisch geworden sind. Wir haben kein einfaches Jahr vor uns. Aber es scheint, dass dem österreichischen Immobilienmarkt im internationalen Vergleich die nötige Robustheit zugetraut wird“, erklärt Alexander Wlasto, Partner bei Ernst & Young in Wien.

Finanzierung verstärkt durch Versicherungen

Wie auch schon 2012 werden die Verfügbarkeit und die Konditionen von Immobilienfinanzierungen zu den wichtigsten Themen zählen. 85 Prozent der Befragten erwarten, dass die Banken sich aufgrund der zunehmenden Regulierung zurückhalten werden.

Laut Studie gibt es aber bei der Immobilienfinanzierung einen zunehmenden Trend von Banken weg in Richtung Versicherungsgesellschaften: Während im Vorjahr nur 36 Prozent der Befragten Versicherungen als neue Fremdkapitalgeber gesehen haben, sind es heuer fast neun von zehn.

Käufer und Verkäufer zunehmend aus dem Ausland

Mit zunehmender Tendenz stammen die Käufer und Verkäufer von Immobilien in Österreich aus dem Ausland: Rund zwei Drittel der Befragten erwarten mehr Cross-Border-Transaktionen.

Immer wichtiger auf der Liste der Investitionskriterien sind dabei Green-Building-Standards. Der Studie zufolge spielen sie in kaum einem anderen Land Europas eine ähnlich große Rolle: 90 Prozent der Befragten konstatieren, dass Green-Building-Standards künftig bei Immobilieninvestments in Österreich wichtiger werden.

„Mit dem im vergangenen Jahr verschärften Energieausweisvorlagegesetz war zu erwarten, dass Themen wie Nachhaltigkeit und Lebenszykluskosten noch mehr ins Bewusstsein rücken“, so Wlasto.

Steigende Preise

Die prognostizierte hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland könnte entsprechende Auswirkungen auf die Immobilienpreise in Österreich haben: Die Mehrheit der Befragten – jeweils rund zwei Drittel – erwartet steigende Preise für Büro- und Einzelhandelsimmobilien in guten Lagen. Besonders im Fokus stehen dabei Investitionen in Wien und Salzburg.

Für Wohnimmobilien an Top-Standorten sehen sogar mehr als sieben von zehn Befragten steigende Preise, wobei Linz bei Investoren genauso gefragt ist wie die Hauptstadt Wien. Rund die Hälfte der Befragten gibt diese beiden Städte als Favoriten an.

Link: Ernst & Young

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