23. Apr 2015   Bildung & Uni Business Recht

WU wünscht sich Zugangshürden gegen tausende neue Wirtschaftsrechtsstudenten

Rektor Christoph Badelt ©WU Wien
Rektor Christoph Badelt ©WU Wien

Wien. Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Zahl der Wirtschaftsrecht-AnfängerInnen an der WU Wien auf knapp 2.300 fast verdreifacht: Die zukünftige WU-Rektorin Univ.-Prof. Edeltraud Hanappi-Egger sowie der amtierende Rektor Univ.-Prof. Christoph Badelt weisen des öfteren darauf hin, dass viele Studenten das WU-Fach Wirtschaftsrecht nur deshalb wählen, um später auf Wirtschafts- und Sozialwissenschaften umzusteigen. Denn dort gibt es Eingangsprüfungen  – im  Wirtschaftsrecht aber nicht. Extrajournal.Net hat Badelt auf die Problematik angesprochen und nach dem Lösungsweg der WU gefragt.

Zur Ausgangslage: An der WU gibt es zwei Bachelorstudien, nämlich Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Wirtschaftsrecht.

Im Wintersemester 2014/15 waren nun in Summe rund 7.000 Personen zu einem Bachelorstudium Wirtschaftsrecht (WiRe) zugelassen. Davon waren rund 1.800 BeginnerInnen. Im gleichen Zeitraum waren rund 13.000 Personen zu einem Bachelorstudium Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (WiSo) zugelassen (davon rd. 2.100 BeginnerInnen).

Der Ansturm auf das WiRe ist dabei eindeutig: Betrug im Studienjahr 2012/13 die Zahl der Anfänger/innen im Wirtschaftsrecht noch 868, so stieg diese Zahl auf 1.785 (Studienjahr 2013/14) bzw. 2.262 an (vorläufige Zahl für das Studienjahr 2014/15).

Rasanter Zuwachs

„Der starke Zuwachs bei den AnfängerInnenzahlen des Bachelorstudiums WiRe  ist ein deutliches Indiz dafür, dass die Leute seit Einführung des Zulassungsverfahrens im WiSo Studium auf das WiRe Studium umgestiegen sind. Viele Studienanfänger weichen vom beschränkten Bachelor WiSo auf das frei zugängliche WiRe aus. Was noch dazu beiträgt: Die ersten beiden Semester sind im Wirtschaftsrecht de facto gleich gestaltet wie in den klassischen Wirtschaftsstudien“, erläutert Rektor Badelt.

Das führt natürlich zu Engpässen, so Badelt: „Die Anfänger/innen/zahl des Wirtschaftsrechtsstudiums übertraf im laufenden Studienjahr jene des Studiums Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ein Effekt, der weder strategisch sinnvoll, noch durch die Ressourcensituation der WU bewältigbar ist. Mittlerweile ist mehr als die Hälfte aller BachelorstudienbeginnerInnen an der WU für Wirtschaftsrecht eingeschrieben.“

Zugangsregeln für Wirtschaftsrecht gefordert

Wichtig ist laut Badelt auch, dass ein Umstieg von WiRe auf SoWi nur nach Absolvierung des Aufnahmeverfahrens (Onlineregistrierung März-Mai, Motivationsschreiben und Zulassungsprüfung) möglich ist. „Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass viele Leute im WiRe Studium bleiben, obgleich sie eigentlich SoWi studieren wollten“, so der Rektor.

Die WU setzt sich deshalb dafür ein, dass es auch für Wirtschaftsrecht Zugangsregeln gibt. Badelt: „Die Entscheidung liegt allerdings bei der Regierung bzw. dem Parlament, wo eine solche Novelle des Universitätsgesetzes beschlossen werden müsste.“

Link: WU

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