So funktioniert die neue Manz-Cloud

20. Feb 2019   Business Recht Steuer Tech Tools
Peter Guggenberger Credit Manz Fotostudio Huger
Peter Guggenberger ©Manz / Fotostudio Huger

Wien. Fachverlag Manz startet seine eigene Cloud für Anwälte, Steuerberater und andere sicherheitsbedachte Berufe. Ein Blick hinter die Kulissen auf Betreiber, Software und Preise.

Mit der „MANZ Cloud“ setzt Informationsdienstleister Manz auf seinen eigenen Online-Speicher im Inland: Das soll Anwälten, Steuerberatern u.a. rechtssicheres Arbeiten in der Cloud ermöglichen. Je weiter entfernt die Server stehen, desto unglücklicher sind auf Geheimnisschutz bedachte Berufsgruppen ja damit. So gilt etwa die USA in Zeiten der DSGVO offiziell nicht mehr als sicheres Drittland für EU-Daten, was nur durch das Safe Harbor-Abkommen repariert werden konnte.

Bei der Manz-eigenen Cloud sollen die User gar nicht erst über den Server-Standort nachdenken müssen. „Berufsträger aus den Bereichen Recht und Steuer arbeiten mit besonders sensiblen Daten“, so Manz-Geschäftsführer Peter Guggenberger.

Ein Verlag geht unter die Security-Anbieter

Mit dem neuen Angebot will man einerseits typische Cloud-Eigenschaften bieten und andererseits die Standesvorgaben an die Sicherheit erfüllen. Zielgruppe sind konkret Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater sowie die Öffentliche Hand und Unternehmen mit entsprechenden Sicherheitsansprüchen.

Auf Anfrage von Extrajournal.Net hat Manz nun die technische Seite des neuen Tools näher dargestellt (zu den übrigen Features verweisen wir auf unsere Ausgangsmeldung):

  • Wer macht die Technik? Mit der Umsetzung der „MANZ Cloud“ ist das hauseigene IT-Unternehmen MANZ Solutions GmbH betraut. Als Rechenzentrum tritt die next layer Telekommunikationsdienstleistungs- und BeratungsGmbH auf.
  • Ist die Software proprietär oder Open Source? Manz hat die Open Source Cloud-Lösung Nextcloud als Grundsoftware genommen und sie „in unser Manz-Universum integriert, adaptiert und erweitert“, wie es heißt. Damit setzt der Informationsanbieter auf Standard-Software, die für den konkreten Einsatzzweck angepasst wird – in der Branche eine gängige Lösung.
  • Ist sicheres Versenden von E-Mails möglich und / oder kann die Manz-Cloud als Messenger dienen? Ein wichtiges Anliegen, aber eine Herausforderung in der Umsetzung. Die kurze Antwort lautet: (derzeit) nein. Kommunikationsfunktionen befinden sich laut Manz aber „in Evaluierung“. Tatsache ist, dass die Anwaltskammern Interesse an solchen Lösungen haben. Das Problem ist, dass alle Beteiligten abgesichert sen müssen, also Anwalt, dessen Klient (bzw. Client, wenn Sie uns das Wortspiel verzeihen), Cloud- bzw. Mailserver und die Verbindung dazwischen. Sollen also Klienten, um ihrem Anwalt eine Mail zu schicken, dazu erst bei sich Software installieren müssen? Die etwaige Umsetzung wird spannend (alle Features sind übrigens auf der Website aufgelistet).
  • Was kostet die Anwalts-Cloud? Hier begnügt sich der offizielle Auftritt vorläufig noch mit einem schlichten „auf Anfrage“. Als Preisbeispiel nennt Manz EUR 59,- pro Monat für drei User (100 GB Speicherplatz mit 2-Faktor-Authentifizierung, Speicherplatz in Österreich). Damit wären wohl die Bedürfnisse einer typischen Anwaltskanzlei abgedeckt, jedenfalls wenn man nicht die großen Wirtschaftskanzleien als Maßstab heranzieht.

Link: Manz

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