Kontrollbank: Exportgarantien steigen stärker als Exporte

01. Apr 2019   Business Finanz Recht Steuer

Außenhandel. Österreichs Exporte sind 2018 weniger stark gewachsen. Dem Geschäft mit Absicherungen hat das nicht geschadet, so Kontrollbank-Zahlen.

In einem weltwirtschaftlich weitgehend stabilen Umfeld konnte die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) laut eigenen Angaben im Jahr 2018 ein erfreuliches operatives Ergebnis erzielen. Dabei wuchs das Volumen der zur Absicherung von Exportgeschäften dienenden Instrumente bei der OeKB deutlich stärker als die Exportgeschäfte selbst:

  • Bei den Haftungen, welche die OeKB im Auftrag des Finanzministeriums für die Lieferung von Waren und Dienstleistungen österreichischer Exporteure oder für österreichische Direktinvestitionen betreut, gab es 2018 Neuzusagen im Wert von 5,7 Milliarden Euro. Das sind um 6,8 Prozent mehr als im Jahr 2017.
  • Noch stärker als die Exporthaftungen legten 2018 laut OeKB die Exportfinanzierungen zu. Hier beliefen sich die Auszahlungen auf 6,2 Milliarden Euro und erzielten damit ein Plus von 30,2 Prozent gegenüber 2017 (4,8 Milliarden Euro).

Österreichs Gesamtexporte wuchsen im Jahr 2018 laut Statistik Austria um 5,7 Prozent auf 150 Milliarden Euro. Das ist immer noch ein guter Wert, allerdings geringer als der Zuwachs 2017 (knapp 8,3 Prozent). Dabei richte sich der Fokus etwas stärker auf außereuropäische Länder.

Die österreichischen Unternehmen „agieren vorausschauend und flexibel auf veränderte Bedingungen des globalen wirtschaftlichen Umfelds wie Sanktionen und Handelsstreitigkeiten“, meint Helmut Bernkopf, im Vorstand der OeKB für den Geschäftsbereich Export Services zuständig: „Sie suchen und nützen ihre Wachstumschancen und gehen in neue, außereuropäische Märkte. Europa und insbesondere die EU sind zwar weiterhin die beliebtesten Exportdestinationen, doch Entwicklungs- und Schwellenländer haben 2018 deutlich aufgeholt.“

Die Ergebnisse

Während das operative Ergebnis die Erwartungen deutlich übertroffen hat, hat sich das Gesamtergebnis der OeKB schwächer entwickelt. Es lag 2018 bei 26,9 Millionen Euro. Das sind im Vergleich zu 2017 um 54,0 Prozent weniger als das außergewöhnliche gute Vorjahresergebnis (58,6 Millionen Euro), das von Einmaleffekten profitiert hatte.

Grund für den diesjährigen Rückgang seien ebenfalls Sondereffekte wie die Kursrückgänge auf den Kapitalmärkten, die sich infolge des Handelsstreits zwischen den USA und China und des Brexit ergeben haben. Zusätzlich mussten 2018 – aufgrund regulatorischer Anforderungen – Anpassungen bei den Berechnungsgrundlagen für Personalrückstellungen vorgenommen werden.

Die Entwicklung am Kapitalmarkt

Für den österreichischen Kapitalmarkt ist die OeKB ebenfalls ein wichtiger Player, gemeinsam mit ihren Tochterunternehmen OeKB CSD (Wertpapierverwahrung; erhielt Mitte 2018 die offizielle Zulassung als österreichisches Central Securities Depository, CSD), und CCP.A (Clearing).

  • So gab es laut den Angaben bei der Vergabe der Legal Entity Identifier-Nummern (LEI), die seit Anfang 2018 beispielsweise für meldepflichtige Wertpapiergeschäfte vorgeschrieben sind, eine Zunahme um 17 Prozent.
  • Die abgegebenen Steuerdatenmeldungen für den Abzug der Kapitalertragsteuer bei Fonds haben sich im Vergleich zur Vorperiode um 8 Prozent erhöht.

Im Oktober 2018 wurde erstmals eine Bundesanleihe-Auktion unter Einsatz der Blockchaintechnologie für die Daten-Notarisierung erfolgreich abgewickelt. Die OeKB CSD startete den digitalen Transfer von Globalurkunden. Ein besonderer Meilenstein 2018 sei auch die Einigung auf das neue Börsensegment „direct market plus“

„Damit die Wirtschaft wachsen kann, braucht Österreich exportstarke Unternehmen und einen gesunden Kapitalmarkt“, so Angelika Sommer-Hemetsberger, die im Vorstand der OeKB den Geschäftsbereich Kapitalmarkt Services leitet.

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