09. Sep 2019   Business Steuer

68 % der Unternehmen beklagen unklare Steuerregeln

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Steuerpolitik. Die Deloitte Austrian Tax Survey 2019 zeigt eine breite Unzufriedenheit mit dem heimischen Steuersystem: 73 % der 263 befragten Führungskräfte sehen es als Herausforderung.

68 % der befragten Unternehmer meinen, dass große Unsicherheiten vor allem durch unklare oder widersprüchliche Interpretation steuerlicher Regelungen durch die Finanzverwaltung entstehen. 55 % klagen über häufige Gesetzesänderungen.

„Das aktuelle steuerliche Umfeld führt immer wieder zu ungewollten Fehltritten seitens der Unternehmen“, erklärt Verena Gabler, Partnerin bei Deloitte Österreich. „Hohe Abgaben und ein komplexes System erschweren das Wirtschaften hierzulande. Das ist nicht nur unnötig, sondern bremst Österreich in internationalen Rankings aus und schmälert die Wettbewerbsfähigkeit.“

Wunschliste für die Bundesregierung

Aus Sicht der befragten Führungskräfte hätten neben einer Vereinfachung des Steuersystems die Senkung der Lohnnebenkosten sowie eine Verwaltungsvereinfachung den positivsten Effekt für den Wirtschaftsstandort. Themen wie die Ökologisierung des Steuersystems seien eher nachrangig.

„Eine Ökologisierung des Steuersystems assoziieren viele mit zusätzlichen Belastungen. Sollte der Gesetzgeber Schritte in diese Richtung setzen, müssen daher jedenfalls parallel umfassende steuerliche Erleichterungen mitgedacht werden“, ergänzt Gabler.

Bei den konkreten Forderungen an die neue Bundesregierung zeige sich ein recht klares Bild:

  • 75 % der Unternehmen nennen die Reduktion der Lohnnebenkosten als dringlichste Maßnahme.
  • Mit 51 % steht die Vereinfachung des Einkommensteuergesetzes auf der Wunschliste an zweiter Stelle.
  • Dahinter folgen die Reduktion des Körperschaftsteuersatzes (38 %) sowie
  • des Einkommensteuersatzes (37 %).

Begleitende Kontrolle kann helfen

Die Begleitende Kontrolle – auch als „Horizontal Monitoring“ bekannt – , um die Rechtssicherheit zu erhöhen, wird erst von relativ wenigen Unternehmen genützt. Aber 85 % jener Befragten, die sich damit bereits auseinandergesetzt haben, bewerten die Maßnahme als sehr gut bis gut. Ähnlich verhält es sich bei der Erweiterung der Ruling-fähigen Themengebiete.

„Die positive Resonanz aus ersten Erfahrungsberichten spricht für sich“, so die Steuerexpertin. „Die laufende Zusammenarbeit mit der Finanzverwaltung schafft für Unternehmen deutlich mehr Planungssicherheit und Transparenz.“

Digitalisierung wird wenig genützt

Nur 19 % der Befragten setzen sich auf steuerlicher Ebene intensiv mit Robotics, Automatisierung und Data Analytics auseinander. Hier bestünde Nachholbedarf, findet Gabler: „Neue Technologien können die Fehlerquote bei internen Prozessen massiv verringern. Unternehmen haben damit also die Chance, sich selbst mehr Sicherheit zu verschaffen und gleichzeitig die Effizienz zu erhöhen.“

 

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