25. Mrz 2021   Business Finanz Recht Tools

Bezahlen mit Bitcoin in Österreichs Shops

Krypto-Bezahlung per Smartphone ©Concardis / Daniel Klantke

Wien. Bezahldienstleister Concardis startet in Kooperation mit Salamantex das Bezahlen mit Kryptowährungen wie Bitcoin bei den österreichischen Händlern. Wenn alles klappt ist Deutschland dran.

Concardis rollt gemeinsam mit Softwarefirma Salamantex das Bezahlen mit digitalen Währungen wie Bitcoin, Ether oder Ripple flächendeckend in Österreich aus: Man ermögliche allen Händlern, Dienstleistern oder Gastronomen, Kryptowährungen neben anderen klassischen Zahlmethoden auf gängigen Zahlungsterminals von Konsumenten anzunehmen.

Die Ausweitung in weiteren europäischen Ländern ist geplant, hängt aber aktuell noch an der jeweils nationalen Regulierung, heißt es. In Österreich hingegen sei die Krypto-Akzeptanz bereits klar geregelt. Concardis ist als Teil der Nets Gruppe einer der großen Paymentdienstleister in Europa.

„Egal ob Anlageobjekt oder Zahlungsmittel“

Für Bezahldienstleister Concardis ist laut Aussendung nicht entscheidend, ob Kryptowährungen in Zukunft als Anlageobjekte oder Zahlungsmittel reguliert werden, sondern „die Einführung digitaler Währungen durch die Zentral- und Nationalbanken ist nur eine Frage der Zeit. Der E-Euro, der E-Franken oder die E-Krone werden kommen, die zugrundeliegende Technologie ist die gleiche wie bei den Kryptowährungen. Und sie werden den Zahlungsmarkt grundlegend verändern“, meint Robert Hoffmann, CEO von Concardis und Nets Merchant Services.

Man sieht sich als „Vorreiter in der Akzeptanz digitaler Währungen“ und habe gemeinsam mit der österreichischen Krypto-Softwarefirma Salamantex in den vergangenen Monaten bereits Erfahrungen mit Kryptowährungen am stationären Point of Sale (POS) gesammelt. Damit gehe man jetzt in ganz Österreich in den Handel. „Dabei werden wir weitere Erkenntnisse gewinnen, die in naher Zukunft elementar für Zahlungsdienstleistungen in Europa sind“, so Hoffmann.

Gemeinsam mit Concardis habe man einen Meilenstein für die Akzeptanz von digitalen Währungen erreicht, so René Pomassl, CEO von Salamantex. Concardis will die Technologie in weiteren europäischen Ländern ausrollen, sobald der Gesetzgeber mit der Umsetzung der Regularien fertig ist: In Deutschland sei dies gerade im Laufen.

So funktioniert es in der Praxis

Das Bezahlen mit Bitcoin & Co wird nicht automatisch überall möglich sein: Entscheidend ist, ob der jeweilige Händler den entsprechenden Vertrag abgeschlossen und die Funktion freigeschaltet hat.

Wer künftig als Retailer in Österreich Bitcoin und Co. akzeptieren möchte, könne das aber ebenso einfach tun, wie sonstige bargeldlose Zahlungen anzubieten, so Concardis. Die Option Krypto-Bezahlung inkludiere konkret einen Vertrag mit Concardis und Salamantex sowie ein entsprechendes kryptofähiges Terminal. Einige der aktuellen Concardis-Terminals seien bereits mit der Schnittstelle ausgestattet, diese müsse nur freigeschaltet werden. So werde Juwelier Altmann künftig Kryptowährungen als Zahlungsoption in seinem Ladengeschäft in der Nähe von Wien anbieten.

Für die Kunden sei das Bezahlen mit Kryptowährungen einfach:

  • Auf dem Terminal wird die entsprechende Kryptowährung ausgewählt.
  • Es erfolgt eine Kursanfrage über den Kaufbetrag.
  • Schließlich kann der Kunde mit seiner Krypto-Wallet die QR-Code-basierte Zahlung durchführen.

Der Händler erhalte den Warenwert zum Zeitpunkt der Transaktion und habe keinerlei Risiko im Hinblick auf mögliche Kursschwankungen. Er kann wählen, ob er den Kaufpreis in Euro oder den entsprechenden Betrag in der Kryptowährung erhalten möchte. Für den Händler fallen Transaktionsgebühren an, die vergleichbar seien mit Kreditkartengebühren.

Das tut die Konkurrenz

Übrigens arbeiten auch andere Anbieter an entsprechenden Lösungen, das Bezahlen mit Bitcoin & Co ist im Trend: So hat das Start-up Bitpanda heuer eine Krypto-Debitkarte vorgestellt, mit der auch im Supermarkt bezahlt werden kann (oder auch Gold). Und Handy-Anbieter A1 rollt das Bezahlen per Bitcoin über sein „A1 Payment“ System aus, das immerhin auf rund 2.500 Akzeptanzstellen in Österreich kommt. Auch hier ist Salamantex Technologie-Partner.

 

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