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Neuer Anwälte-Präsident Rohregger will „fit halten“

Michael Rohregger ©RAK Wien

Anwaltskammer. Michael Rohregger (55) ist neuer Präsident der Rechtsanwaltskammer Wien, der mit Abstand größten Institution ihrer Art in Österreich. Er folgt auf Michael Enzinger. Neuer Vizepräsident ist Nikolaus Nonhoff (48).

Die Rechtsanwaltskammer Wien (RAK Wien) spielt allein schon durch ihre Größe eine besondere Rolle: Sie hat laut letztem Jahresbericht 4.948 Mitglieder, darunter rund dreieinhalbtausend eingetragene Rechtsanwält*innen und eineinhalbtausend Rechtsanwaltsanwärter*innen. Zum Vergleich: Insgesamt gibt es in Österreich derzeit rund 9.200 Berufsvertreter*innen. Mehr als die Hälfte gehört also zur Wiener Kammer.

Die Wahlen

Nun wurden bei der RAK Wien wichtige Weichen gestellt: In ihrer Plenarversammlung standen am Donnerstag zahlreiche Wahlen im Rahmen der Selbstverwaltung auf dem Programm. Eine Vielzahl an Kammerfunktionen musste neu besetzt oder bestätigt werden, heißt es dazu: Darunter das Amt des Präsidenten der Rechtsanwaltskammer Wien, das Amt des Präsidenten des Disziplinarrates sowie das Amt eines neuen Vizepräsidenten.

Die Plenarversammlung fand erstmals seit 2019 wieder in Präsenz statt, die Möglichkeit der Briefwahl wurde parallel beibehalten. Michael Rohregger wurde dabei zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt Michael Enzinger nach, der sich seit 2015 mit viel Engagement der Arbeit für den Stand gewidmet habe, heuer aber nicht mehr zur Wiederwahl antrat, so die Aussendung der Kammer. Unter seiner Leitung seien wichtige Digitalisierungsschritte gesetzt worden – und last but not least hatte Enzinger auch die Corona-Pandemie an der Spitze der Institution zu meistern.

„Berufsstand fit halten“

Rohregger in einem ersten Statement nach der Wahl: „Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Kolleg*innen, das mir bei dieser Wahl entgegengebracht wurde, und werde mich in den kommenden vier Jahren intensiv für die Anliegen der Wiener Rechtsanwält*innen und Rechtsanwaltsanwärter*innen einsetzen. Es liegen viele Herausforderungen vor uns, um unseren Berufsstand auch in der Zukunft fit und konkurrenzfähig zu halten. Insbesondere müssen Einfluss und Chancen neuer technologischer Entwicklungen – Stichwort KI und ChatGPT – durch unseren Berufsstand richtig genutzt werden.“

Sein besonderer Dank gelte Michael Enzinger, der – als nach Walter Schuppich längstdienender Präsident – während der letzten acht Jahre die Rechtsanwaltskammer Wien erfolgreich geführt und wichtige Schritte ins digitale Zeitalter gesetzt habe.

Die Laufbahn

Dr. Michael Rohregger ist seit 2001 selbstständiger Rechtsanwalt (Rohregger Rechtsanwalts GmbH & Co KG) mit Schwerpunkt Wirtschaftsstrafrecht und Verfassungsrecht. Wie bei Spitzenfunktionären der Anwaltskammer üblich, hat Rohregger auch schon vor seiner Wahl an die Spitze etliche Aufgaben im Rahmen der amtlichen Interessenvertretung ausgeübt. So war Rohregger Mitglied im Disziplinarrat (2009-2011) sowie im Ausschuss (2011-2023, seit 2015 als Vizepräsident). Er ist außerdem Honorarprofessor am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien und Prüfungskommissär für die Rechtsanwalts-, Richteramts- und Prokuratursprüfung. Und Rohregger ist Mitglied im fünfköpfigen Ethik-Komitee der Österreichischen Fußball-Bundesliga.

„Zuversicht für neue Aufgaben“

Ein weiteres Ergebnis der Wahlen: Ausschuss-Mitglied Nikolaus Nonhoff rückt als neuer Vizepräsident ins Präsidium nach. „Ich sehe der neuen Aufgabe mit viel Zuversicht entgegen und freue mich. Der Berufsstand ist auch nach der Corona-Pandemie mit vielen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere durch technische Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Es wird notwendig sein, dass wir dies beobachten und aktiv an einem Regelwerk mitwirken“, so Nonhoff.

Nonhoff ist selbstständiger Rechtsanwalt und seit 2015 im Ausschuss, davor von 2010 bis 2015 im Disziplinarrat der Rechtsanwaltskammer Wien. Er hat als Ausschussmitglied zuletzt die Abteilungen Berufsüberwachung, elektronisches Treuhandbuch und Approbationen unterstützt. Darüber hinaus ist er Mitglied in den Arbeitskreisen IT und Digitalisierung bzw. Berufsaus- und Fortbildung im ÖRAK (Anwaltskammer auf Bundesebene). International unterstütze er die Anwaltschaft im Rahmen der CCBE.

Die weiteren Präsidiumsmitglieder Eric Heinke, Bettina Knötzl, und Georg Brandstetter standen 2023 nicht zur Wahl und bleiben damit automatisch im Spitzengremium, heißt es weiter. In seinem Amt bestätigt wurde Herbert Gartner, Präsident des Disziplinarrates: Er übt diese Funktion seit bereits acht Jahren aus und kündigt an, den Digitalisierungskurs im Disziplinarrat weiterzuführen.

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