Wiener Börse: startup300 und drei weitere Neuzugänge

21. Jan 2019   Finanz Recht
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©Akos Stiller / Wiener Börse

Börse. Die startup300 AG tritt neu im „Direct Market Plus“ der Wiener Börse auf, ebenso drei weitere Unternehmen. SCWP, BTP u.a. beraten.

Die startup300 AG ist seit 21. 1. 2019 als eines der ersten Unternehmen aus der österreichischen Startup-Szene an der Wiener Börse gelistet. „Startup300 hat in den letzten 3 Jahren seit ihrer Gründung eine herausragende Entwicklung vollzogen. Es freut uns sehr, dass wir startup300 bei diesem wichtigen Schritt erneut erfolgreich begleiten konnten“, meint Christian Pindeus, Partner bei der beratenden Anwaltskanzlei SCWP Schindhelm.

Den Grundstein für den Zugang österreichischer Startups und KMUs zum Kapitalmarkt legte der Gesetzgeber im Oktober 2018 mit der Beschlussfassung über die Änderung des Aktiengesetzes, die seit 1. Jänner 2019 in Kraft ist. Die für die Zulassung zum Dritten Markt der Wiener Börse erforderliche Ausgabe von Inhaberaktien wurde dabei erheblich erleichtert. Bisher war dies nur für Unternehmen möglich, die beabsichtigen, an einem EU-geregelten Markt (Amtlichen Handel) zu notieren.

Insgesamt gehen vier Unternehmen aus diesem Anlass im Direct Market Plus neu an die Wiener Börse:

  • startup300 AG (Start-Up-Ökosystem und Investorennetzwerk)
  • EYEMAXX Real Estate AG (Immobilienentwickler und Bestandserhalter mit Fokus auf die DACH-Region)
  • VST Building Technologies AG (Anbieter von Hochbau-Verschalungstechnik)
  • Wolftank-Adisa Holding AG (Unternehmensgruppe im Bereich Tankanlagen)

Vier weitere, zuvor im „mid market“ notierte Unternehmen sind ebenfalls ab heute Teil des Direct Market Plus:

  • Athos Immobilien AG
  • DWH Deutsche Werte Holding AG
  • Hutter & Schrantz Stahlbau AG
  • Sanochemia Pharmazeutika AG

Im Basis-Segment „Direct Market“ sind zum Marktstart 23 Unternehmen handelbar.

Die neuen Marktsegmente

Die Wiener Börse hat auf die von ihr sehr begrüßten neuen gesetzlichen Möglichkeiten mit der Schaffung zweier neuer Segmente reagiert, nämlich „Direct Market“ und „Direct Market Plus“, die ab 21. 1. 2019 Teil des Dritten Markts sind.

  • Im Vergleich zum Amtlichen Handel ist ein Listing in diesen Segmenten an geringere Voraussetzungen und Folgepflichten geknüpft. Die Gebühren sind ebenfalls erheblich geringer (einmalig EUR 5.000 für die Einbeziehung und jährlich EUR 1.000).
  • Ein Listing steht Aktiengesellschaften mit einer bestimmten Anzahl an Aktionären (Streubesitz) offen, sodass ein Aktienhandel stattfinden kann. Eine Mindestbestanddauer der Gesellschaft ist im Segment „Direct Market“ nicht erforderlich.
  • Das Segment „Direct Market Plus“ setzt die Latte ein wenig höher: So ist eine Mindestbestanddauer des Unternehmens von einem Jahr und die Begleitung des Unternehmens durch einen Capital Market Coach Pflicht.

In beiden Segmenten ist eine Mindestgröße des Unternehmens im Hinblick auf den Umsatz und die Bilanzsumme nicht erforderlich. Eine Mindestanforderung an Marktkapitalisierung und an Platzierungsvolumen gibt es ebenso wenig. Sofern kein öffentliches Angebot erfolgt, ist für das Einbeziehen der Aktien zum Handel auch kein Kapitalmarktprospekt erforderlich. Unternehmen im Segment „Direct Market Plus“ müssen den Jahresabschluss, den Zwischenabschluss sowie den Unternehmenskalender (= Finanzkalender) veröffentlichen.

Der SCWP-Klient startup300

Die startup300 habe sich in den drei Jahren seit ihrer Gründung im Dezember 2015 von einem Business Angel Netzwerk hin zu einem Betreiber eines ganzheitlichen StartupEcosystems entwickelt. Stand im ersten Geschäftsjahr 2016 noch das Investment in Technologie-Startups in frühen Phasen im Mittelpunkt, betreibt startup300 mittlerweile ein Innovations-Ökosystem, in dem Gründer, Startups, Investoren und innovative Unternehmen Zugang zu Talenten, Network, Offices, Beratung, Kapital und Events finden sollen.

Die factory300 und die Strada del Startup in der Tabakfabrik Linz sowie der Talent Garden Vienna (rund 3.000 bzw 5.000 Quadratmeter) waren die ersten physischen Innovation Hubs des Ecosystems. Die Beratung von etablierten Corporates rund um das Thema „Digital Innovation“ und „Digital Transformation“ übernehmen think300 und Pioneers Discover. Direkte Startup-Investments macht startup300 über Pioneers Ventures (derzeit 27 Investments) und den VC-Fonds capital300, an dem startup300 beteiligt ist.

Brandl & Talos berät Wolftank-Adisa

Zum Launch der neuen Marktsegmente bringt auch Brandl & Talos (BTP) einen Klienten an die Wiener Börse, konkret die Wolftank-Adisa Holding AG. Unter der Federführung von Partner Christopher Schrank begleitete das BTP-Team für Gesellschafts- und Kapitalmarktrecht die Holding bei der Vorbereitung des Einstiegs in das neue Marktsegment.

Christopher Schrank Credit Matthias Nemmert
Christopher Schrank ©Matthias Nemmert

Die Wolftank-Gruppe ist laut den Angaben seit rund 30 Jahren in der Ölbranche und der Chemieindustrie sowie der Umwelttechnik erfolgreich am Markt. Unternehmensziel sei es, durch innovative technische Lösungen zum Schutz der Luft, des Erdreichs und des Grundwassers beizutragen. Zum Beratungsteam seitens Brandl & Talos gehörte neben Partner Schrank auch Rechtsanwaltsanwärter Hannes Schlager.

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