12. Dez 2019   Business Finanz

Wo Österreichs Kapitalmarkt besser werden muss

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Thomas Zimpfer, Georg Kopetz ©B&C / APA-Fotoservice / Hörmandinger

Studie. Eine von der B&C-Gruppe beauftragte Studie kommt zum Schluss, dass Österreichs Kapitalmarkt Deutschland, Polen, Schweden und Spanien hinterherhinkt.

Die Bedeutung des heimischen Kapitalmarktes sei laut, der von McKinsey durchgeführten, Studie mit 34 Prozent Marktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP vergleichsweise niedrig. Dies bestätige auch ein anderes Ranking: Laut dem Global Financial Centre Index 2019 befindet sich Wien nämlich derzeit im globalen Ranking als Finanzplatz nur noch auf Platz 54 und hat somit 10 Plätze eingebüßt.

Darüber hinaus seien vor allem Defizite im Bereich der vorbörslichen Finanzierung von Mittelstands- und Wachstumsunternehmen zu verzeichnen. Die österreichische B&C-Gruppe, die Mehrheitsbeteiligungen an den börsenotierten Industrieunternehmen AMAG, Lenzing und Semperit hält, sieht insbesondere das IndustrialTech-Segment als Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich.

Als Beispiel nennt B&C hier das Wiener Unternehmen TTTech. Dieses sei laut B&C kurz vor dem Erreichen der Marktführerschaft und plane den Börsengang von TTTech Auto als mittelfristiges Ziel.

Lücken in der Wachstumsfinanzierung

Besondere Defizite sieht die Studie vor allem in der vorbörslichen Mittelstands- und Wachstumsfinanzierung in Österreich. Während nämlich die Finanzierungskapazitäten des heimischen Kapitalmarktes im sogenannten Pre-Seed- und Seed-Bereich hoch seien, fehle bei wachstumsstarken Unternehmen die entsprechende Infrastruktur und Anschlussfinanzierung, heißt es. Dies führe dazu, dass zahlreiche heimische Unternehmen unter ihren Wachstumsmöglichkeiten bleiben und es wenige Börsengänge gibt, so B&C.

„Der österreichische Kapitalmarkt hat im internationalen Vergleich einen verhältnismäßig geringen Stellenwert und entspricht nicht dem Reifegrad und den Finanzierungsbedürfnissen der österreichischen Volkswirtschaft. Dies stellt wachstumsstarke Unternehmen wie auch die etablierte Industrie vor Probleme“, so Thomas Zimpfer, Geschäftsführer der B&C Industrieholding und B&C Innovation Investments.

Mit der B&C Innovation Investments investiert die B&C-Gruppe seit 2016 in Technologie-Unternehmen – vor allem im vorbörslichen Segment. So hat B&C beispielsweise den Börsengang von Frequentis unterstützt. Zusätzlich hält die Gruppe Beteiligungen an Citrine, Flightkeys, Kinexon und Klarx.

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