31. Mrz 2022   Bildung & Uni Business Tech

Innovationpreis für Proteingewinnung aus CO2

Verena Schwab, Bernd Nidetzky, Helmut Schwab, Barbara Eibinger Miedl, Christoph Ludwig ©Foto Fischer

Forschungspreis. Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und das Start-up Econutri haben eine Methode entwickelt um CO2 in Protein umzuwandeln. Diese wurde mit dem Innovationspreis der steirischen SFG ausgezeichnet.

Der weltweite CO2-Ausstoß steigt kontinuierlich an. Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung und mit ihr die Lebensmittelproduktion. Insbesondere der Bedarf an hochwertigen Proteinen könnte sich laut Studien bis zum Jahr 2050 fast verdoppeln.

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) und das Start-up Econutri haben in diesem Zusammenhang eine Methode entwickelt um mithilfe eines Mikroorganismus namens Cupriavidus necator das schädliche Treibhausgas CO2 in Protein umzuwandeln. Der Prozess belastet laut den Angaben weder Meere noch Landflächen und könnte als alternative Futter- und Nahrungsmittelquelle damit einer Überfischung der Meere und dem „Klimakiller Massentierhaltung“ vorbeugen, heißt es.

Pilotanlage bereits im Bau

Eine entsprechende Pilotanlage befindet sich derzeit in der Bauphase. Geplante Großanlagen, gekoppelt an Industrieanlagen wie z.B. Zementwerke, haben das Potenzial, CO2 aus Abgasen zu verwenden, um daraus Proteine für die Futtermittelindustrie aber auch menschliche Ernährung herzustellen.

Ein weiterer Anwendungsfall könnte die Produktion von umweltfreundlichem Bioplastik sein. Die Technologie wurde mit dem „Innovationspreis Steiermark 2022“ der SFG (Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft) ausgezeichnet.

Das 2010 gegründete Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist ein internationales Forschungszentrum für industrielle Biotechnologie mit Hauptsitz in Graz. Es versteht sich als Partnerschaft von 150+ Universitäten und Unternehmen. Eigentümer des acib sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die BOKU Wien sowie Joanneum Research. Gefördert wird das K2-Zentrum im Rahmen des COMET-Programms durch das Umweltministerium, Wirtschaftsministerium sowie die Länder Steiermark, Wien, Niederösterreich und Tirol.

 

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