17. Apr 2012   Steuer Tipps

Österreichs Privatbanken freuen sich über Abkommen mit der Schweiz: Folgt Liechtenstein?

Vaduz ©böhringer friedrich/Wikimedia

Wien. Eine „Chance für die österreichischen Privatbanken“ sei das jetzt mit der Schweiz abgeschlossene Steuerabkommen, meint Heinrich Weninger, Mitglied der Geschäftsführung und Leiter des StiftungsOffice bei der Kathrein Privatbank. In die Heimat überweisen sei nämlich billiger als es weiterhin in der Eidgenossenschaft zu parken.

Der Jubel dürfte umso größer werden, wenn Österreich wie erhofft bald auch mit Liechtenstein ein Steuerabkommen schließt. Mit Schweden hat unser kleinstes Nachbarland das bereits getan.

„Nach allem, was wir bisher über das Abkommen mit der Schweiz wissen, ist eine Rückführung von Vermögen jedenfalls billiger als es in der Schweiz zu belassen,“ meint Kathrein-Manager Weninger.

Abgesehen von einem günstigeren Steuersatz, der bei einer Selbstanzeige im Inland zu erwarten sei, liegen auch andere Vorteile auf der Hand, meint er: Erstens seit das Geld im eigenen Land mobiler und leichter behebbar und zweitens sei auch die Spesenbelastung bei Schweizer Banken in der Regel wesentlich höher als bei Österreichs Instituten.

„Anonymität überholt“

Nicht zuletzt sei die Anonymität, die auf Schweizer Konten auch weiterhin versprochen werde, längst überholt, denn spätestens bei Verwendung des Geldes sei gegenüber den österreichischen Behörden im Sinne der „Know-your-customer“-Pflicht eine Offenlegung die logische Folge. Der Druck der internationalen Finanzcommunity auf verbleibende „Steueroasen“ werde sicherlich noch weiter wachsen.

Die Höhe der außerhalb Österreichs angelegten Gelder wird laut Weninger auf rund 20 Milliarden Euro geschätzt. Außereuropäische Steueroasen seien weit weg und allein die Anreise dauere „mehrere Tage“, was mit zunehmendem Alter immer unbequemer werde, heißt es. Die Kathrein Bank habe sich seit zwei Jahren bereits auf die Rückführungsthematik spezialisiert.

Hoffnung auf Liechtenstein

Grund zu ähnlichen Hoffnungen dürften auch die laufenden Verhandlungen mit dem Fürstentum Liechtenstein bieten, die Österreichs Finanzministerin Maria Fekter jetzt bestätigt hat. Allerdings sei das Terrain schwieriger als im Fall der Schweiz. Explizit wird hier die Frage der Stiftungen genannt.

Immerhin hat Liechtenstein beispielsweise 2010 mit Schweden ein Steuerabkommen geschlossen, das dieser Tage in Kraft getreten ist.

Link: Kathrein Bank

 

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