01. Okt 2012   Steuer

KPMG-Studie: Schwellenländer sind für Unternehmen am attraktivsten

V.Trenkwalder, B.Polster-Gruell ©KPMG

Wien/Linz. Die Steuerbelastung für Unternehmen ist in Schwellenländern am geringsten. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle KPMG-Studie „Competitive Alternatives: Focus Tax“ bei einem Vergleich des Total Tax Index (TTI) von 113 Städten in 14 Ländern gemessen an den Steuerabgaben der USA (100 Prozent).

Vier der fünf Länder mit der niedrigsten Steuerlast sind sogenannte Schwellenländer: Indien (49,7 Prozent), China (59,7 Prozent), Mexiko (63,6 Prozent) und Russland (71,7 Prozent), so die Studie. 

Höhere Steuerabgaben als im Referenzland USA sind überwiegend in Teilen Europas sowie im asiatisch-pazifischen Raum zu finden. So kommt Deutschland auf 122, Italien auf 153, Frankreich auf 180, Australien auf 125 und Japan auf 152 Prozent.

Die Studie bewertet die Auswirkungen aller Unternehmenssteuern, einschließlich Körperschaftsteuer, Kapitalertragsteuer, Umsatzsteuer, Vermögensteuer und die gesetzlich vorgeschriebenen Lohnnebenkosten, heißt es in einer Aussendung.

Besonders in den gegenwärtigen steuerlichen Krisenzeiten änderen sich Steuersätze ständig. Auch kann sich die Gesamtsteuerlast innerhalb eines Landes von Stadt zu Stadt deutlich unterscheiden, so die Studie.

Körperschaftssteuersatz nur „die halbe Wahrheit“

Für Unternehmen sei es daher besonders wichtig genau zu recherchieren und abzuwägen. “Unternehmen neigen häufig dazu, den in einem Land geltenden Körperschaftsteuersatz stellvertretend für die gesamte Steuerbelastung eines Standortes heranzuziehen. Dabei ist dieser Steuersatz nur die halbe Wahrheit”, erklärt Barbara Polster-Grüll, Tax Partnerin bei KPMG.

“Unter Berücksichtigung aller sonstigen Abgaben ist die Steuerlast von Unternehmen deutlich höher, als ursprünglich angenommen. Unternehmen müssen die gesamte Steuerlast abwägen bevor eine Standortentscheidung getroffen wird”, so Polster-Grüll.

Aber nicht nur Unternehmen müssen steuerliche Entscheidungen gut überdenken. „Aufgrund der derzeitigen unsicheren Marktsituation suchen Steuerbehörden nach Möglichkeiten ihre Einnahmen durch indirekte Steuern zu erhöhen. Dabei dürfen sie jedoch nicht vergessen, dass sich Erhöhungen von Unternehmenssteuern sofort und längerfristig negativ auf Unternehmensinvestitionen auswirken und damit die Wettbewerbsfähigkeit verringert wird“, ergänzt KPMG Tax Partnerin Verena Trenkwalder.

Link: KPMG

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