31. Jul 2013   Steuer

PwC-Studie: Globales M&A-Volumen in Handel und Konsumgüterbranche sinkt im ersten Halbjahr 2013

Frankfurt am Main. In Konsumgüterindustrie und Handel hat es im ersten Halbjahr 2013 weltweit weniger M&A-Transaktionen gegeben als im Vorjahreszeitraum.

Insbesondere in Europa waren weniger Deals und ein niedrigeres Transaktionsvolumen zu verzeichnen, während sich der Konsolidierungstrend in Asien verstärkt hat, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von PwC. 

In den ersten sechs Monaten 2013 blieb der Gesamtwert der angekündigten M&A-Transaktionen mit 120,8 Milliarden US-Dollar um knapp vier Milliarden US-Dollar unter dem Vorjahreswert, heißt es in einer Aussendung.

Die Zahl der Deals (veröffentlichtes Volumen mindestens 50 Millionen US-Dollar) sank von 241 auf 225. Für die zweite Jahreshälfte prognostiziert PwC allerdings eine lebhaftere Marktentwicklung: „Wir gehen davon aus, dass sich das M&A-Geschehen in Europa wieder dynamischer entwickelt. Angesichts sinkender Konsumausgaben in den meisten EU-Ländern sind viele Unternehmen dazu gezwungen, neue Märkte und Marktsegmente zu erschließen, so dass Übernahmen bzw. Beteiligungen verstärkt in den Fokus rücken“, erklärt Gerd Bovensiepen, PwC-Partner und Leiter des Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter.

Im ersten Halbjahr gab es lediglich 48 Transaktionen mit europäischem Zielunternehmen gegenüber 100 Deals mit asiatischem und 63 mit nordamerikanischem Ziel. Beteiligten sich Investoren aus Übersee im Jahr 2012 noch mit fast neun Milliarden US-Dollar an europäischen Unternehmen, sank dieser Wert im ersten Halbjahr 2013 auf 616 Millionen US-Dollar.

In umgekehrter Richtung gaben europäische Käufer mit 8,11 Milliarden US-Dollar zwar deutlich mehr aus, im Gesamtjahr 2012 hatten Unternehmen und Fonds aus Europa jedoch noch mehr als 43 Milliarden US-Dollar in Asien, Amerika und Afrika investiert.

Finanzinvestoren melden sich zurück

Zwar treten bei den weitaus meisten Deals nach wie vor Unternehmen als Käufer auf, Finanzinvestoren gewinnen jedoch an Bedeutung. Waren Private-Equity-Fonds und andere Beteiligungsunternehmen in den Jahren 2011 und 2012 nur an 26,5 bzw. 25,5 Prozent aller Deals beteiligt, stieg dieser Wert im ersten Halbjahr 2013 auf 28,9 Prozent.

Gemessen am Transaktionsvolumen wiegen Engagements der Finanzinvestoren sogar noch schwerer: Allein die Private-Equity-Beteiligungen an HJ Heinz und D.E. Master Blenders summieren sich auf gut 31,7 Milliarden US-Dollar bzw. mehr als ein Viertel des gesamten Transaktionsvolumens im ersten Halbjahr.

Weiterhin dynamisch entwickelt sich das M&A-Geschehen im Nahrungsmittel- und Getränkesektor. Fast die Hälfte aller Transaktionen (44 Prozent) in Konsumgüterbranche und Handel waren im ersten Halbjahr 2013 der Ernährungsindustrie zuzurechnen.

Auch gemessen am M&A-Volumen ist der Nahrungsmittelbereich führend: In den ersten sechs Monaten betrafen sieben der zehn größten Deals den Nahrungsmittel- und Getränkesektor.

Link: PwC

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