Digitalisierung kann Vertrauen in Reporting erhöhen

22. Feb 2019   Business Steuer

Wien. Besseres Reporting ist durch mehr nichtfinanzielle Informationen und künstliche Intelligenz möglich, so das EY Global Reporting Survey 2019.

Die Digitalisierung, aber auch nichtfinanzielle Informationen, werden für das Reporting von Unternehmen immer wichtiger. Verantwortliche können damit die Qualität ihrer Berichterstattung erhöhen, die langfristigen Werttreiber für ihren wirtschaftlichen Erfolg aufzeigen und das Vertrauen der Öffentlichkeit in ihr Unternehmen steigern. Letzteres ist auch dringend geboten: Nur 58% der Finanzverantwortlichen von Unternehmen weltweit gehen davon aus, dass die Öffentlichkeit dem Firmen-Reporting in hohem Maß vertraut.

Das zeigt der aktuelle Global Reporting Survey 2019 der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Für die Studie unter dem Titel „How can the digital transformation of reporting build the bridge between trust and long-term value“ wurden weltweit 1.000 Finanzverantwortliche in Unternehmen befragt.

Entspricht nicht Informationsbedarf der Investoren

„Die Berichterstattung vieler Unternehmen entspricht häufig nicht dem Informationsbedarf von Öffentlichkeit und Investoren. So klammern viele Unternehmen Informationen über immaterielle Vermögenswerte wie etwa geistiges Eigentum, den Wertbeitrag ihrer Beschäftigten, den Wert der Marke oder den Wert ihrer Innovationstätigkeit aus. Das sind aber wichtige Treiber für die langfristige Entwicklung von Unternehmen und damit relevante Informationen für potenzielle Investoren und die Öffentlichkeit“, sagt Stefan Uher, Partner und Financial Accounting Advisory Services Leader bei EY Österreich.

Fast drei Viertel (72%) der Finanzverantwortlichen sind davon überzeugt, dass nichtfinanzielle Informationen bei den Entscheidungen von Investoren eine Rolle spielen. „Unternehmen müssen umdenken und sich eingehend mit nichtfinanziellen Informationen beschäftigen, wie sie es bei klassischen Finanzdaten bereits tun“, so Uher.

Menge an Daten nimmt zu – künstliche Intelligenz könnte helfen

Die Finanzabteilungen stehen derzeit vor der Aufgabe, die im Zuge der Digitalisierung drastisch steigende Menge an Daten überhaupt zu erfassen. In einem nächsten Schritt gilt es, die Informationen auszuwerten, für die Unternehmessteuerung zu nutzen und im Reporting auszuweisen. Rund die Hälfte (49%) der Befragten verwendet derzeit allerdings mehr Zeit für die Erhebung der Daten als für die eigentliche Analyse.

Um die Datenflut zu bewältigen und die Qualität des Reportings zu verbessern, werden Unternehmen innovative Technologien wie künstliche Intelligenz und Blockchain künftig auch in ihrer Berichterstattung viel stärker einsetzen. Großes Potenzial hat dabei nach Meinung der Finanzverantwortlichen die künstliche Intelligenz: 72% der Befragten sehen sie als wichtige Technologie, um die Qualität des Reportings zu verbessern und neue Erkenntnisse zu erlangen.

Für Unternehmen steht bei der Einführung digitaler Technologien die Datensicherheit an oberster Stelle. Denn mit der steigenden Datenmenge und der immer stärkeren Vernetzung nimmt die Gefahr von Hackerangriffen zu. So halten 54% der Befragten Sorgen über die Datensicherheit für die größte Barriere bei der Einführung dieser neuen Technologien. „Die Blockchain-Technologie wird in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, um jeden Vorgang sicher abzubilden“, erklärt Uher.

Es braucht andere Qualifikationen

Mit dem Einsatz von smarten Technologien verändert sich auch das Anforderungsprofil für Mitarbeiter in den Finanzabteilungen. Für 74% der Befragten sind hier künftig neue Fähigkeiten elementar. Entsprechend sind zwei Drittel (76%) davon überzeugt, dass Talente mit einem nicht traditionellen Hintergrund gefragt sind. Mit dem Wandel sind allerdings auch Probleme verbunden: Immerhin 63% rechnen mit Konflikten und Widerständen in den Finanzabteilungen aufgrund der unterschiedlichen Kulturen, die digitale Innovationen in Unternehmen erschweren könnten.

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