Interview: Neue Linde-Bibliotheken für Anwälte, Steuerberater, Firmen

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Patrick Stummer, Gordan Gajski, Thomas Kronsteiner ©Linde

Fachverlage. Der Linde Verlag richtet seine Digital-Bibliotheken neu aus – maßgeschneidert für die drei Berufsgruppen Steuerberater, Anwälte und Unternehmen. Im Interview schildern Gordan Gajski (Leiter Digitale Medien), Thomas Kronsteiner (Leiter Vertrieb Digitale Medien) und Patrick Stummer (Leiter Content Management) die neue Strategie.

Worum es geht

Mit der neuen Struktur der Linde Digital Bibliotheken erhalten die drei Berufsgruppen Steuerberater/Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Unternehmen Bibliotheken, die gezielt nach ihren Bedürfnissen ausgerichtet sind. Die ebenfalls wichtige Kundengruppe der Behörden wird mit individuell angepassten Inhalten serviciert, heißt es bei dem Fachverlag.

Mit dem neuen Angebot können sich Linde Digital Kunden ihr digitales Bücherregal selbst mit Bibliotheken sowie einzelnen Büchern und Zeitschriften befüllen. Neben der permanenten orts- und zeitunabhängigen Verfügbarkeit der Produkte biete die einfache Suche die Möglichkeit, in kurzer Zeit die relevanten Inhalte für die aktuelle Problemstellung zu finden. Hierbei hilft auch die kürzlich implementierte Smart-Rank-Technologie.

Extrajournal.Net: Was war die Motivation hinter der Neuordnung der Angebote von Linde Digital?

Gordan Gajski: Die Palette unserer Inhalte ist enorm vielfältig und komplex, daher entstand die Idee, die Inhalte neu zu clustern. Es zeigt sich ja schon seit einiger Zeit in der Online-Welt, dass eine schlichte, klare Oberfläche und einfache Detailstufe sich bei den Nutzern bewähren. In das Projekt zur Neustrukturierung unserer Angebote sind viele Überlegungen, Ideen und Anstrengungen geflossen. Die Grundfrage war: Wie gehen wir vor, um echten Mehrwert zu schaffen?

Wie lange hat die Entwicklung gedauert?

Patrick Stummer: Rund neuneinhalb Monate, davon acht Monate für die technische und programmatische Umsetzung. Wir haben in diesem Zeitraum viel mit unseren Kunden gesprochen, um zu sehen was ihre Bedürfnisse sind. Dabei haben wir festgestellt, dass unser Produktangebot mit seiner Reichhaltigkeit teilweise zu große Pakete hervorbringt. Der neue Slogan „Am Punkt“ soll die neue Ausrichtung jetzt auch betonen.

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Wir fokussieren dabei zunächst auf die drei Zielgruppen Rechtsanwälte, Steuerberater sowie Unternehmen und schnüren dann basierend auf den konkreten Tätigkeitsbereichen punktgenaue Pakete. Diese sind zielgruppengerechter, kleiner und können damit auch zu fairen Preisen angeboten werden. Das ist wie bei Flugreisen: Sie zahlen nur was Sie wirklich brauchen.

„Mehrwert der Bibliotheken geht über bloße Datenbank hinaus“

Thomas Kronsteiner: Wir vermitteln mit unseren Bibliotheken dabei wirklichen Mehrwert, der über das Standardangebot einer Datenbank hinausgeht. Der Linde Digital Anwender kann jederzeit ortsunabhängig Bücher und Zeitschriften aus seiner digitale Bibliothek auswählen, um direkt in der Publikation zu lesen, zu blättern und die Verlinkungen zu aktivieren. Neben der klassischen Datenbanksuche nach Begriffen stellt dieser Bibliothekscharakter einen zentralen USP dar.

Stummer: Der Vorteil zeigt sich auch darin, dass wir damit unsere Zielgruppen gut erreichen können. Linde ist traditionell stark im Steuer- sowie Bau- und Immobilienbereich und erreicht jetzt auch zielgerichtet die Rechtsanwälte. Und: Wir haben spezielle Pakete für Unternehmen, ein Novum.

Was ist der Vorteil der Bibliotheken für die Kunden?

Kronsteiner: Wichtig ist, dass sich der Kunde seine passende Bibliothek nach seinen bevorzugten Schwerpunkten und Themen zusammenstellen kann. Spezialisierte Anwaltskanzleien wie etwa kleine Immobilienrechtsboutiquen brauchen beispielsweise Kommentare und Fachbücher zum Immobilien- und Baurecht, aber nicht zum Strafprozessrecht. Die inhaltlichen Bedürfnisse eines HR-Managers in einer großen Unternehmensgruppe weichen von denen eines auf Arbeitsrecht spezialisierten Anwalts ab. Daher gibt es eine Bibliothek „HR für Unternehmen“ und eine Bibliothek „Arbeits- und Sozialrecht für Rechtsanwälte“

Stummer: Zum Beispiel haben wir im Paket Unternehmens- und Gesellschaftsrecht das Umgründungsrecht bewusst ausgeklammert und in eine eigene Bibliothek verpackt. Das Umgründungsrecht ist eine Spezialmaterie im Gesellschaftsrecht, die nicht jede Kanzlei in ihr Portfolio aufnimmt. Das ermöglicht uns, die übrigen Pakete in Umfang und Preis nicht zu überladen.

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Man muss ja auch bedenken, dass immer mehr digitale Inhalte gekauft werden. Bald wird das Digitalangebot das Printangebot übersteigen. Für diesen Paradigmenwechsel brauchen wir starke Angebote, und es geht dabei immer um die Bedürfnisse der Kunden. Es gibt inzwischen Kanzleien, die nur noch digitale Fachliteratur wollen.

„Bestmögliche Auffindbarkeit“

Mit dem Konzept Einfachheit haben große Digital-Riesen wie Apple oder Google Erfolge am Markt gefeiert. Geht es beim Schnüren von Fachinfo-Paketen auch darum, die Komplexität für die Kunden zu reduzieren?

Gajski: Natürlich geht es auch um die Usability, allerdings kann es nicht Sinn der Sache sein, die Palette an Inhalten zu sehr zu vereinfachen, sondern dem Anwender in schnellen Schritten eine bestmögliche Auffindbarkeit zu bieten. Darüber hinaus bereiten wir beispielsweise einen neuen, sich regelmäßig aktualisierenden Online-Katalog vor, der in den nächsten Wochen verfügbar sein wird.

Kronsteiner: Es ist ein Vorteil unseres Konzepts der digitalen Bibliothek, dass ein Kunde sich die gewünschten Bücher einfach in seine Online-Bibliothek stellen kann. Dann kann er oder sie diese beispielsweise auch im Home Office oder auf Dienstreise verwenden – während das gedruckte Buch vielleicht genau dann im Büro liegt, wenn man es zuhause brauchen würde, oder umgekehrt. Der User kann also auf einfache und gewohnte Weise damit umgehen, hat aber gleichzeitig alle Vorteile unserer Digital-Tools.

Das Buch wird also verstärkt digital gelesen – aber es bleibt Buch, statt im Digital-Zeitalter sozusagen zu einer Datenbank zu mutieren?

Stummer: Buch bleibt Buch. Woran wir aber arbeiten, sind die Zusatzleistungen, die wir laufend verbreitern und vertiefen. Bei manchen Titeln – etwa den kommentierten Kollektivverträgen, KomKo – macht eine Digital-Version besonders viel Sinn, da sie so häufig aktualisiert werden. Nach den letzten KV-Verhandlungen haben wir innerhalb von 24 Stunden die aktualisierte Fassung des KomKo online gestellt. Das geht bei Print natürlich nicht. Man kann online schneller reagieren, dieser Tatsache tragen wir Rechnung.

„Neue Leistungen für die Digital-Ära“

Gajski: Hier zeigen sich die Unterschiede zwischen Digital und Print. In Zukunft werden wir aber das Thema Print-on-Demand für den einen oder anderen rein digitalen Inhalt weiterentwickeln, um unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit zu geben, sich spezielle Inhalte personalisiert in Printform erstellen zu lassen. Wir haben hierzu mehrere Ideen, an denen wir arbeiten.

Kronsteiner: Wir im Vertrieb beraten die Kanzleien natürlich gerne, bei der Zusammenstellung des passenden inhaltlichen Pakets. Einen ersten Überblick kann man sich bei uns auch auf unserer Verlagswebsite verschaffen, wo alle verfügbaren Linde Digital Bibliotheken und digitale Einzeltitel inklusive Preis aufgelistet sind. Wir erklären alle Möglichkeiten dann gerne in einem persönlichen Gespräch detailliert. Produktschulungen bieten wir inzwischen nicht nur vor Ort beim Kunden an, auch die Webinare zur effizienten Verwendung von Linde Digital erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Die Interviewpartner

  • Gordan Gajski, Leiter Digitale Medien, Linde
  • Mag. Thomas Kronsteiner, Leiter Vertrieb Digitale Medien,  Linde
  • Dr. Patrick Stummer, Leiter Content Management, Linde

Link: Linde Verlag

 

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