29. Dez 2020   Business Recht Steuer Tools

Airbnb gibt Vermieterdaten weiter: Jagd auf Steuersünder

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Tourismus. Airbnb wird demnächst die österreichischen Vermieterdaten an das Finanzministerium übermitteln. Die ÖHV begrüßt die „Transparenz im Sharing-Dickicht“.

Niemand stehe über dem Gesetz, auch nicht internationale Multis, so Michaela Reitterer, Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV): „Es freut mich, dass diese Einsicht auch bei weltgrößten Sharing-Anbieter Airbnb gesickert ist.“ Laut Pressemeldungen wird Airbnb Ende Jänner 2021 erstmalig seine Vermieterdaten an das österreichische Finanzministerium melden.

Aufgrund des 2019 von der Bundesregierung beschlossenen Digitalpaketes können die Behörden nun zum ersten Mal prüfen, ob die Unterkunftanbieter ihre Einnahmen korrekt versteuert haben.

„Fairer Wettbewerb“

Airbnb habe sich mit Verweis auf den Datenschutz lange geweigert, die entsprechenden Informationen preiszugeben, so die ÖHV. Die neue Situation schaffe mehr Steuer- und Wettbewerbsgerechtigkeit zwischen traditionellen Vermietern und neuen Sharing-Anbietern.

Neben den Vermieterdaten sollen auch die Anzahl der Nächtigungen und der gebuchten „Entdeckungen“ übermittelt werden, der Fußabdruck von Airbnb in der Nächtigungslandschaft werde dadurch deutlicher. Das sei vor allem in Hinblick auf die Zeit nach der Corona-Krise wichtig, so die ÖHV – derzeit ist die Zahl der Nächtigungen gerade ausländischer Gäste bekanntermaßen sehr gering.

Jagd auf Airbnb-Steuersünder beginnt

In Deutschland hat Airbnb nach einem einschlägigen Gerichtsurteil bereits im September 2020 entsprechende Daten weitergegeben. Die deutschen Finanzämter haben dafür laut Medienberichten eine eigene Sondereinheit gebildet. Der deutsche Fiskus hat das zwar nicht offiziell bestätigt, gebe aber zu, Daten von einem „weltweit agierenden Vermittlungsportal für Buchung und Vermittlung von Unterkünften“ erhalten zu haben, die nun bearbeitet werden, wie es heißt.

Deutsche Steuerberater empfehlen ihren auf Airbnb als Vermieter aktiven Klienten derzeit dringend, einen Blick auf die Einnahmen der letzten Jahre zu werfen und diese im Fall des Falles nachzuversteuern: Die von Airbnb an den Fiskus übermittelten Daten könnten sonst für ein böses Erwachen sorgen. Sammelauskunftsersuchen, wie sie auch Airbnb jetzt beantwortet, bieten den Finanzbehörden „ein wirksames Instrument zur Aufdeckung von Vermietungsaktivitäten“, formuliert es das deutsche Fachportal haufe.de.

 

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