Oskar-Morgenstern-Medaille für Muriel Niederle

Muriel Niederle ©Manuel Amador

Wien. Die Stanford-Professorin Muriel Niederle erhält die fünfte Oskar-Morgenstern-Medaille, die an der Uni Wien vergeben wird.

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien verleiht am 7. Oktober 2021 zum fünften Mal die Oskar-Morgenstern-Medaille. Die diesjährige Preisträgerin ist Muriel Niederle, Levin Professor an der Standford University: Sie ist eine führende Expertin in experimenteller Ökonomie sowie zu Geschlechterunterschieden im Wettbewerbsverhalten am Arbeitsmarkt, begründet die Uni Wien die Entscheidung. Niederle ist die erste Frau, die die Oskar-Morgenstern-Medaille erhält.

Die Preisträgerin

Muriel Niederle ist Levin Professor in der School of Humanities am Economics Department der Stanford University, Kalifornien, und eine weltweit führende Expertin der experimentellen Ökonomie und des Market Design. Mit ihrer Forschung zu Geschlechterunterschieden in Wettbewerbssituationen habe Niederle maßgeblich zur Diskussion um Bewerbungsverhalten am Arbeitsmarkt beigetragen. Für ihre umfassende Forschung werde Niederle, die an der Universität Wien studierte und in Harvard promovierte, mit der Oskar-Morgenstern-Medaille für herausragende Forschungsleistungen in den Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet.

Niederles Experimente zu Geschlechterunterschieden im Wettbewerbsverhalten sind international über die wissenschaftliche Community hinaus bekannt: Warum Frauen anders verhandeln und welche Auswirkungen dieses Verhalten am Arbeitsmarkt zeigt (etwa bei Gehaltsverhandlungen), darüber berichteten u.a. Wall Street Journal, Forbes Magazine und The Atlantic.

Als eine der führenden Expertinnen für Gleichstellungs- und Förderungsfragen sei Niederle auch gefragte Sprecherin bei internationalen Tagungen und Konferenzen. Ihre bislang meistzitierte Arbeiten befassen sich mit Normen des Geschlechterwettbewerbs, etwa „Do Women Shy away from Competition? Do Men Compete too Much?“ (2007) in Zusammenarbeit mit Lise Vesterlund sowie „Performance in competitive environments: Gender differences“ (2003) in Kooperation mit Uri Gneezy und Aldo Rustichini.

Das Arbeitsgebiet Market Design

Der Forschungsfokus auf Market Design widmet sich der Frage, wie Probleme in sich nicht selbst regulierenden Märkten behoben werden können. Niederles Studien und Experimente in diesem Bereich befassen sich etwa mit „Signaling in Matching Markets“, einer Technik, die Unternehmen und geeignete Bewerber*innen rascher zusammenführen soll. Derzeit lehrt Niederle an der Stanford University u.a. im Bereich Experimental and Behavioral Economics und Gender.

Über die Oskar-Morgenstern-Medaille

Die Oskar-Morgenstern-Medaille, benannt nach Oskar Morgenstern, Mitbegründer der Spieltheorie und bis 1938 Professor an der Universität Wien, wurde 2013 zur Feier des 250-jährigen Bestehens der Fakultät ins Leben gerufen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen.

Bei der Verleihung 2021 wird Martin Kocher, Österreichs Minister für Arbeit, einleitende Grußworte sprechen und den Preis gemeinsam mit Uni-Dekan Gerhard Sorger überreichen. Die bisherigen Preisträger sind:

  • Roger B. Myerson (2013)
  • Robert F. Engle (2015)
  • Ernst Fehr (2017)
  • Sir Christopher A. Pissarides (2019)

 

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