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US-Geldhaus Thoma Bravo will EQS Group übernehmen

Achim Weick ©EQS Group

München/London. Private Equity-Investor Thoma Bravo bietet 40 Euro je Aktie der EQS Group. Letztere stattet börsenotierte Unternehmen, Österreichs Justiz und weitere Institutionen mit Compliance Tools aus.

Die EQS Group AG, ein führender internationaler Cloudsoftware-Anbieter in den Bereichen Corporate Compliance, Investor Relations und ESG, und Thoma Bravo, eine führende Software-Investmentgesellschaft, haben nach eigenen Angaben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet: Demnach wird Thoma Bravo ein öffentliches Übernahmeangebot für alle ausstehenden EQS-Aktien zu einem Angebotspreis von 40,00 Euro je Aktie in bar unterbreiten. Das entspreche einer Prämie von 53% auf den Schlusskurs vom 15.11.2023 sowie einer Prämie von 61% auf den volumengewichteten durchschnittlichen Börsenkurs der Aktie der vergangenen drei Monate. Weiters werde Thoma Bravo das künftige Wachstum von EQS unterstützen.

Die Unternehmen

  • Thoma Bravo ist einer der größten Softwareinvestoren der Welt mit einem verwalteten Vermögen von rund 131 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen 20 Jahren habe das Unternehmen mehr als 450 Unternehmen erworben oder in sie investiert. Das Angebot für die EQS Group ist Thoma Bravos erstes Investment in ein deutsches Unternehmen.
  • EQS wurde im Jahr 2000 in München gegründet und hat heute rund 600 Mitarbeitende, vor allem in großen Finanzzentren. Man bietet Tools für Corporate Compliance, Investor Relations und Sustainability. Weltweit nutzen laut den Angaben über 10.000 Unternehmen die Produkte der EQS, die seit einiger Zeit in der Cloud-basierten Software „EQS Cockpit“ gebündelt sind. In Österreich zählen neben Banken und Unternehmen auch öffentliche Stellen zu den EQS-Kunden: So nutzt die Justiz das Whistleblowing-System.

Die Berater

  • Bei der Übernahme fungiert Goldman Sachs Bank Europe SE als Finanzberater und GLNS als Rechtsberater für EQS.
  • Thoma Bravo wird von ParkView Partners als Finanzberater und Kirkland & Ellis als Rechtsberater unterstützt.

Die Gründe für die Übernahme

Neue Vorschriften wie die EU-Whistleblowing-Richtlinie steigern die Nachfrage nach innovativen Compliance-Softwarelösungen, heißt es. EQS werde von Thoma Bravos Erfahrung und Expertise im Softwarebereich und im operativen Geschäft profitieren, um Produktinnovationen zu beschleunigen und langfristig die Wachstumschancen des Unternehmens in Europa ausschöpfen zu können. Thoma Bravos Investition soll es EQS zudem ermöglichen, zukünftige Wachstumsinitiativen und mögliche Akquisitionen zu finanzieren, mit dem Ziel, gemeinsam den europäischen Markt für Compliance-Software zu erschließen.

Dazu gehören auch Investitionen in die Pläne von EQS, die immer komplexer werdenden Anforderungen im Investor-Relations- und Corporate-Compliance-Umfeld zu adressieren, insbesondere die Nachfrage nach automatisierten und vereinfachten Prozessen auf einer einzigen sicheren und integrierten Plattform, heißt es.

Garantien und weiteres Kapital

Die Investorenvereinbarung umfasse auch Zusicherungen gegenüber Mitarbeitern, Geschäftspartnern und anderen Stakeholdern. Thoma Bravo habe sich im Rahmen der Partnerschaft verpflichtet, bei Vollzug des Angebots weiteres Kapital durch die Zeichnung einer Barkapitalerhöhung im Umfang von 10% der EQS-Aktien zum Angebotspreis bereitzustellen.

„EQS ist ein einzigartiges deutsches Software-Unternehmen, das innovative Lösungen für die drei Megatrends Digitalisierung, Regulierung und ESG entwickelt und dank dieser Trends profitabel wächst“, so Irina Hemmers, Partnerin bei Thoma Bravo: „Gemeinsam mit Achim Weick und dem erfahrenen Team von EQS werden wir die Plattform zu einem pan-europäischen Compliance- und ESG-Champion ausbauen. Davon profitieren die Kunden, deren Anforderungen sich in diesem sehr dynamischen Markt stetig verändern. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit dem Managementteam von EQS an der Weiterentwicklung von hochmodernen Softwarelösungen zu arbeiten.“

Will Downing und David Tse, Vice Presidents von Thoma Bravo: „EQS ist sehr gut positioniert, um der Partner der Wahl für Unternehmen in einem zunehmend komplexen Compliance- und Berichtsumfeld zu sein. Besonders die neuen EU-Vorschriften erhöhen den Bedarf an Software-Workflows, um die Transparenz zu verbessern und Vertrauen zu stärken. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem EQS-Team, um das Geschäft durch organische Produktinnovationen und M&A-Aktivitäten weiter auszubauen.“

„Führendes RegTech-Unternehmen“

„In den vergangenen 23 Jahren hat sich EQS zu einem führenden RegTech-Unternehmen entwickelt, das Softwarelösungen für Tausende von Kunden bereitstellt, darunter alle DAX40-Unternehmen sowie Blue-Chip-Unternehmen weltweit. Vom ersten Tag an waren wir der festen Überzeugung, dass Transparenz das wichtigste Unternehmenskapital schafft: Vertrauen. Die Zusammenarbeit mit Thoma Bravo wird es uns ermöglichen, das nächste Kapitel unserer Wachstumsgeschichte anzugehen. Gemeinsam werden wir unser EQS Cockpit als das führende europäische Compliance Management System für Unternehmen jeder Größe erfolgreich etablieren“, so Achim Weick, Gründer und Chief Executive Officer von EQS, in einer Aussendung.

Thoma Bravo hat schon 60 Prozent

Die heutige Ankündigung sei das Ergebnis eines strukturierten Prozesses, in dem der Vorstand von EQS in den vergangenen Monaten im Austausch mit ausgewählten Interessenten stand, um den richtigen Partner zu finden und das bestmögliche Ergebnis für EQS und seine Aktionäre zu erreichen, wie es weiter heißt. Auf der Grundlage des Angebotspreises werde sich die Marktkapitalisierung von EQS auf ca. 400 Millionen Euro belaufen.

Thoma Bravo habe sich bereits einen Anteil von ca. 60% aller ausstehenden EQS-Aktien durch unwiderrufliche Andienungsvereinbarungen mit EQS-Hauptaktionären, einschließlich Achim Weick, dem Vorstandsvorsitzenden von EQS, gesichert, wobei Weick zudem einen Teil seiner Beteiligung an EQS in die neue Holdingstruktur reinvestieren werde. Alle Hauptaktionäre sollen im Rahmen dieser Vereinbarungen den gleichen Angebotspreis erhalten.

Das Angebots unterliege üblichen Angebotsbedingungen, einschließlich behördlicher Genehmigungen, werde aber keine Mindestannahmeschwelle beinhalten. Die Transaktion soll im Januar oder Februar 2024 abgeschlossen sein. EQS und Thoma Bravo haben vereinbart, dass der EQS-Vorstand unmittelbar nach Vollzug des Angebots den Widerruf der Einbeziehung der EQS-Aktien in den Freiverkehr beantragen wird. Ein gesondertes Delisting-Angebot werde nicht erforderlich sein.

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