Frauen-Karrieren in Steuerkanzleien: So sieht es LBG

Heinz Harb ©Weinwurm / LBG

Gender. Bei LBG Österreich ist der Anteil der Frauen in Führungspositionen von 10% auf inzwischen 30% gestiegen, sagt LBG-Geschäftsführer Heinz Harb im Interview: „Wir erleben am Markt einen enormen Aufschwung. Die Karrierechancen sind besser denn je.“

Extrajournal.Net: Wie entwickelt sich generell der Frauen-Anteil in der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung aus Sicht von LBG? Machen Frauen bei Ihnen wie bei vielen anderen Kanzleien inzwischen die Mehrheit der Neueinsteiger*innen aus?

Heinz Harb: Der Frauenanteil in der Steuerberater-Branche ist traditionell hoch, insbesondere im Bereich Buchhaltung, Jahresabschluss, Personalverrechnung. In den letzten Jahren steigt auch der Anteil der Frauen, die nach dem Studium in die Branche als Steuerberater-Berufsanwärterinnen eintreten, deutlich an. So lag der Frauenanteil von Akademikerinnen vor mehr als 10 Jahren noch unter 40% und liegt nunmehr bereits bei über 50%. Dies bildet sich auch im Anteil von Frauen, die nunmehr die Steuerberater-Berufsbefugnis erfolgreich erreichen, ab.

Extrajournal.Net: Wie groß ist der Frauenanteil bei LBG in den höheren Führungsebenen und wie entwickelt er sich? Sehen Sie – da LBG ja eine stark in allen Bundesländern verankerte Kanzlei ist – Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen Österreichs?

„Branche erlebt enormen Aufschwung“

Heinz Harb: Der Frauenanteil bei LBG Österreich beträgt insgesamt konstant rund 70%, stieg jedoch im Führungskreis erfreulicherweise von 10% auf nunmehr rund 30%. Die Frage des Geschlechts stellt sich in der Praxis weder im Zuge der Bewerbung, noch in der Entwicklung im Unternehmen oder bei der Betrauung mit verantwortungsvollen Führungsfunktionen, weder bei LBG Österreich noch – soweit überblickbar – in der Branche.

Die Steuerberater-Branche erlebt in allen Berufsfeldern, sowohl in der steuerlichen und wirtschaftlichen Beratung, im Finanz- und Rechnungswesen als auch in der Personalverrechnung und in der Arbeitgeberberatung seit vielen Jahren einen enormen Aufschwung, der sich sehr einfach erklärt. Die steigende Nachfrage von Seiten der Unternehmen ist ungebrochen. Wir bieten eine hohe Jobsicherheit sowie hervorragende Berufs- und Karrierechancen.

Frauen wie Männer finden in der Branche höchst qualifizierte Aufgaben, eine konsequente Aus- und Fortbildung verbunden mit lebenslangem Lernen, einen abwechslungsreichen Aufgabenbereich mit unterschiedlichsten Kunden, der ein Job-Hopping, um neue Bereiche kennenzulernen, obsolet macht und eine hohe Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Geschlechtsspezifische Unterschiede oder gar Unterschiede in den Regionen sind dabei nicht erkennbar, diese positive Entwicklung gilt österreichweit.

„Gleicher Zugang für alle“

Extrajournal.Net: Gibt es spezifische Programme zur Förderung von Frauen bei LBG?

Heinz Harb: Bei LBG Österreich erhalten alle Mitarbeiter*innen den gleichen Zugang zu interessanten Aufgaben, herausfordernden Ausbildungswegen und Verantwortungsbereichen. Voraussetzung sind gute Erfolge in der kaufmännischen Ausbildung mit Matura oder im facheinschlägigen Studium, Leistungsbereitschaft und Teamgeist. Geschlechtsspezifische Überlegungen sind dabei völlig irrelevant.

Gerade in Führungsfunktionen haben wir gelernt, dass „Förder-Programme“ nicht so sehr zielführend sind, als die jeweils individuelle, punktgenaue Lösung und Begleitung für den Menschen, um den’s konkret geht. Weil Lebenssituationen und persönliche Bedürfnisse höchst unterschiedlich sind – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Im Interview

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Mag. Heinz Harb ist Vorsitzender der Geschäftsführung von LBG Österreich.

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