18. Mai 2022   Bildung & Uni Business Recht Tools

TU Graz bekommt einen Snapchat-Professor

Campus Inffeldgasse der TU Graz ©Lunghammer / TU Graz

Mixed Reality. Das US-Unternehmen Snap – es betreibt den Instant-Messaging-Dienst Snapchat – stiftet eine Professur an der TU Graz.

Snap unterstütze damit in den kommenden sechs Jahren die Forschung der TU Graz an neuen Technologien im Bereich Mixed Reality, heißt es. Eine Arbeitsgruppe werde eingerichtet, die Besetzung der Professur soll bis Jahresende erfolgen.

Was der Sponsor tut und erwartet

Snap Inc. mit Sitz in Kalifornien ist ein Unternehmen, das Bilder und Kamera in den Mittelpunkt seiner Dienste gestellt hat. Mit der Kamera erstellen Nutzer*innen kurze Videos oder Bilder – sogenannte Snaps – verbreiten diese über den Instant-Messaging-Dienst Snapchat und kommunizieren so in ihrem Freundeskreis und mit ihrer Community. Die Kamera ist dabei zentrales Tool und Schnittstelle zwischen der realen Welt der Nutzer*innen und den Möglichkeiten und Anwendungen der digitalen Welt – so kann eine gänzlich neue „Mixed Reality“ entstehen, heißt es dazu. Im Bereich Augmented Reality will man seit einiger Zeit ausbauen, ebenso wie etwa Konkurrent Facebook; ein Übernahmeangebot von Facebook in Höhe von 3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2013 hat Snapchat – damals gerade erst ein Start-up – abgelehnt.

Für die Dauer von sechs Jahren finanziere Snap Inc. nun eine Laufbahn-Professur inklusive Assistenz- und PostDoc-Stellen am Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz. Die inhaltlichen Schwerpunkte der neu einzurichtenden Arbeitsgruppe: Das Entwickeln visionärer Softwaremethoden im Bereich Kameratechnologie, und das Erforschen neuer Ansätze visueller Informationsverarbeitung an der Schnittstelle von digitaler und physischer Realität.

Der Forschungsbereich

Das Team am Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen der TU Graz unter der Leitung von Dieter Schmalstieg forsche seit vielen Jahren zur Mixed Reality, mit Beiträgen zum Stand der Technik in den Bereichen Visualisierung, Rendering, räumliche Interaktion, Authoring, usw. So wurde etwa das erste mobile System für 3D-Kameratracking realisiert, drei Jahre bevor das erste Smartphone auf den Markt kam, so die TU Graz. Schmalstieg: „Selbst große Technologieunternehmen wie Snap, Microsoft oder Google investieren in die Grundlagenforschung, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Dieser Umstand ermöglicht es Informatikforscher*innen auch an österreichischen Universitäten, die Zukunft der Mixed Reality-Technologie mitzugestalten. Davon profitieren auch unsere Studierenden.“

Im Fokus der neuen Stiftungsprofessur werden auch neue Anwendungsideen für Mixed Reality verfolgt, insbesondere die perfekte visuelle Verschmelzung von Fotos mit computergenerierten Inhalten, wie es heißt. Die Position werde international ausgeschrieben und bis Jahresende 2022 besetzt. Die Arbeitsgruppe Mixed Reality umfasse neben der Professur auch vier Assistenzstellen sowie studentische Mitarbeiter*innen.

Die Statements

  • „Wir sind davon überzeugt, dass Menschen in Zukunft ein noch größeres Interesse an digitalen Erlebnissen in unserer realen Welt haben werden und damit dies – beispielsweise über Augmented Reality Brillen – ganz natürlich gelingen kann, bedarf es weiterer Forschung. Wir freuen uns daher sehr über diese Partnerschaft mit der TU Graz und sind gespannt auf die Ergebnisse des Forschungsteams”, so Daniel Wagner, Director Computer Vision Engineering bei Snap Inc.
  • „Dank dieser Kooperation mit Snap Inc. bekommt die langjährige führende Rolle der TU Graz im Forschungsbereich Mixed Reality erhöhte internationale Sichtbarkeit. Weltweit gibt es nur wenige Arbeitsgruppen wie diese, etwa in Cambridge oder in Zürich. Die TU Graz ist stolz, in der Mixed Reality-Forschung zur Liga der ganz Großen zu gehören. Das beweist diese Zusammenarbeit einmal mehr“, so Horst Bischof, Vizerektor für Forschung der TU Graz.

 

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