15. Feb 2022   Business Finanz Recht Steuer

PwC-Studie: M&A-Transaktionen auf Rekordniveau

Gerald Eibisberger ©PwC Österreich

Firmenübernahmen. Die PwC-Studie „Global M&A Industry Trends 2022“ ortet 2021 ein Rekordjahr im Bereich Mergers & Acquisitions. Auch 2022 könnte sich der Trend fortsetzen.

Das Beratungsunternehmen PwC hat die aktuelle Studie „Global M&A Industry Trends 2022“ über Mergers & Acquisitions (M&A) veröffentlicht. Die Analyse untersucht die Transaktionsaktivitäten des vergangenen Jahres und ortet einen globalen Anstieg sowohl beim Transaktionswert (+ 57 %) als auch dem Transaktionsvolumen (+ 24 %) von 2020 bis 2021.

Transaktionswert erreicht Allzeithoch

Laut Studie wurden im Jahr 2021 weltweit rund 62.000 Transaktionsabschlüsse bekannt gegeben, was einen Anstieg um 24 Prozent gegenüber 2020 darstellt. Der Wert der öffentlich bekannt gegebenen Transaktionen erreichte mit 5,1 Billionen US-Dollar (darunter 130 Megadeals mit einem Wert von 5 Milliarden US-Dollar oder mehr) ein Allzeithoch. Der Wert aus 2021 ist konkret um 57 Prozent höher als der Vergleichswert 2020 und übertrifft auch den bisherigen Rekord von 4,2 Billionen US-Dollar aus dem Jahr 2007.

Ähnlich lauten auch die Prognosen für das laufende Jahr 2022: Das Transaktionsgeschehen werde „sehr wahrscheinlich auch 2022 robust bleiben“, so Gerald Eibisberger, Partner bei PwC Österreich: Mit einem harten internationalen Wettbewerb zwischen Unternehmen, Private Equity und Special Purpose Acquisition Companies (SPAC). „Dennoch ist es zu erwarten, dass die Spitze angesichts des zunehmenden makroökonomischen und regulatorischen Gegenwinds etwas abflacht“, so Eibisberger.

Auch wenn der Optimismus für ein starkes Jahr 2022 groß ist, könnten höhere Zinsen, steigende Inflation, erhöhte Steuern und eine stärkere Regulierung strukturelle oder finanzielle Hürden für den Abschluss von Transaktionen darstellen. Die Analyse ortet bereits eine größere Volatilität auf den Finanzmärkten, ein Anziehen der Inflation (v. a. bei Energie und Rohstoffen), weitere Unterbrechungen in den globalen Lieferketten und eine höhere Staatsverschuldung durch die Schockwellen der Covid-19-Pandemie.

PE-Beteiligungen erhöhen Marktanteil

PE-Beteiligungen ziehen immer mehr und größere Deals an Land: An fast 40 Prozent der globalen Transaktionen im Jahr 2021 war ein PE-Fonds beteiligt, während es in den letzten fünf Jahren nur etwas mehr als ein Viertel waren.

Zudem tätigen PE-Firmen größere Transaktionen, die im Jahr 2021 45 Prozent des Gesamtwertes der Transaktionen ausgemacht haben. Das weltweite PE-Kapital lag Ende 2021 bei 2,3 Billionen US-Dollar und damit um 14 Prozent höher als zu Jahresbeginn.

Auf Unternehmensseite ist laut Eibisberger zu erwarten, dass der strategische Wandel hin zu digitalen, innovativen Geschäftsmodellen auch 2022 ein wesentlicher Treiber für M&A Aktivität sein wird. „In Anbetracht der Marktbedingungen, die auf den Führungsebenen weltweit einen stärkeren Fokus auf Wertgenerierung verlangen, werden sich die CEOs wahrscheinlich auch auf Veräußerungen konzentrieren, während sie ihre Portfolios im Hinblick auf längerfristiges Wachstum und Rentabilität neu ausrichten“, so Eibisberger.

 

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